Das Jahr 2026 entwickelt sich zu einem spektakulären Jahr für die Mondforschung: eine wachsende Flotte kommerzieller Missionen plant, auf dem Begleiter unserer Erde zu landen. Neben der NASA mit Artemis-2-Mission – frühestens im Februar – und China in der zweiten Jahreshälfte mit der robotischen Chang’e-7-Sonde – Landung am Südpol des Mondes – wollen private Unternehmen mit einer Reihe robotischer Landefähren einen Fuß auf den Mond setzen und damit möglicherweise den Beginn einer kommerziellen Präsenz der Menschheit im All einläuten.
Das Unternehmen Blue Origin von Jeff Bezos plant mit dem Blue Moon Mark 1 Pathfinder seine erste Landung auf dem Mond. Der robotische Lander soll auf einer New-Glenn-Rakete frühestens Anfang 2026 von Cape Canaveral starten, wie das Unternehmen im November nach dem erfolgreichen Start der ESCAPADE-Marsmission für die NASA bekannt gab. Mark 1 Pathfinder soll u.a. testen, wie die Landetriebwerke mit der Mondoberfläche während der Landung interagieren. Denn Blue Origin ist Hauptauftragnehmer für das Human Landing System (HLS) der NASA mit dem Blue Moon Lander, der noch in diesem Jahrzehnt Astronauten auf den Mond bringen soll.
Das texanische Unternehmen Firefly bereitet sich darauf vor, ein Jahr nach der historischen Landung des Blue Ghost im Mare Crisium auf der erdzugewandten Seite zum Mond zurückzukehren. Blue Ghost M2 ist der nächste Schritt auf dem Weg des Unternehmens, eine Spaceline für kommerzielle Mondtransporte zu werden. Die Mission ist Teil des NASA-Programms „Commercial Lunar Payload Services“ (CLPS) und transportiert auch kommerzielle und internationale Nutzlasten.
Blue Ghost M2 soll frühestens im zweiten Quartal 2026 mit einer Falcon-9-Rakete starten und auf der erdabgewandten Seite des Mondes landen. Unter den Nutzlasten ist auch der den Lunar Pathfinder-Orbiter der ESA, der von Fireflys Elytra-Orbitaltransporter ausgesetzt wird.
Intuitive Machines will in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit IM-3 seine dritte Mondlandung versuchen und an die Erfahrungen mit der IM-1 Odysseus-Sonde im Februar 2024 und der letztjährigen IM-2 Athena anknüpfen, die beide kurz nach der Landung auf der Mondoberfläche umgekippt sind.
IM-3 wird erneut mit dem NOVA-C-Lander auf einer Falcon-9-Rakete vom Kennedy Space Center der NASA in Florida starten und eine Landung in der Reiner-Gamma-Region auf der erdzugewandten Seite des Mondes anstreben – einem Gebiet mit einer mysteriösen Mondwirbelstruktur und einem lokalen Magnetfeld. Der Lander wird mit wissenschaftlichen Nutzlasten wie Magnetometern und Plasmainstrumenten bestückt sein.
Die Mission des ersten Mondlanders von Astrobotic, Peregrine im Januar 2024 war ein Fehlschlag. Das Unternehmen aus Pennsylvania versucht es nun mit dem ersten Griffin-Lander, der frühestens im Juli 2026 mit einer Falcon-Rakete starten soll.
Griffin-1 wird den Südpol des Mondes ansteuern und dort zwei Fahrzeuge aussetzen: den 450 Kilo schweren FLIP Moonrover von Astrolab und die kleinere Eigenkreation CubeRover.
Staatliche Mondmissionen scheinen immer mehr zur Spitze des Eisbergs zu werden. Die Privaten sind auf dem Weg.