Nach Abschluss der Fertigung aller Komponenten hat die HPS GmbH, Deutschland, nun erfolgreich die Montage und Ausrichtung beider Modelle der Antennenreflektor-Baugruppe (ARA) abgeschlossen. Diese wurden im Rahmen der Ka-Band steuerbaren Antenne (SKBA) für das LUNAR LINK SYSTEM entwickelt. Lunar Link ist die fortschrittliche Telekommunikationsinfrastruktur der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) für NASAs Lunar Gateway. Sie wurde entwickelt, um eine zuverlässige Hochfrequenz-Kommunikation (RF) zwischen der umlaufenden Station und Gerätschaften auf und um den Mond – wie Rover, Landegeräte und Satelliten – sicherzustellen. Das System unterstützt datenintensive Dienste, darunter auch die Übertragung von Live-Videos. Installiert auf dem Habitation and Logistics Outpost (HALO), umfasst Lunar Link dedizierte Computer, Funkgeräte und Antennen und dient als zentrales Kommunikationsdrehkreuz für die Mondmissionen des Artemis-Programms.
Der Hauptreflektor mit einem Durchmesser von 1,25 m wurde aus einem einzigen Aluminiumlegierungsblock mit einer Ausgangsmasse von etwa 1,3 Tonnen herausgearbeitet und hat als Endbauteil ein Gewicht von weniger als 10 kg. Während des Bearbeitungsprozesses wurden mehrere Schritte zur thermischen Stabilisierung integriert, um innere Spannungen abzubauen und so Maßhaltigkeit, geometrische Stabilität und die Einhaltung enger Toleranzen sowohl während als auch nach der Bearbeitung zu gewährleisten.
Die Ausrichtungsarbeiten erfolgten in der neuen, großen Integrationshalle von HPS in Oberhaching südlich von München, unweit der HPS-Zentrale. Hierbei kam das hochpräzise, berührungslose Laser-Radar-Messsystem von HPS zum Einsatz, um die relative Position und Ausrichtung der beiden Reflektoren – Haupt- und Subreflektor – zu bestimmen. Die Position des Subreflektors wurde mithilfe speziell entwickelter Haltevorrichtungen exakt eingestellt. Die erzielten Ergebnisse liegen deutlich innerhalb der strengen Anforderungen der Kundenkette Sener (Spanien), ThalesAleniaSpace (Frankreich) und ESA/ESTEC (Niederlande), namentlich eine Translation der Antennenbauteile innerhalb einer Kugel mit 0,06 mm Radius und Rotation innerhalb eines Halbkegelwinkels von 0,02 Grad.
Beide Reflektor-Baugruppen sind nun sicher in ihren jeweiligen Transportbehältern verpackt und bereit für den Versand an den direkten Kunden in Spanien.
Das Projektbudget wurde bereits auf der ESA-Ministerratskonferenz 2019 angestoßen, bei der sich Deutschland zu einem bestimmten KMU-Anteil beim Aufbau des Lunar Gateway verpflichtet hat. HPS erhielt 2021 den Auftrag für die Antennenreflektor-Baugruppe. Der HPS-Geschäftsführer Dr. Ernst K. Pfeiffer: „Teil dieses herausragenden internationalen GATEWAY-Programms zu sein, macht uns sehr stolz. GATEWAY ist ein weiteres positives Beispiel für globale Zusammenarbeit im Dienste des Friedens auf der Erde. Wir als KMU hoffen, in Zukunft auch mit weiterer Ausrüstung im Bereich Robotik und Besiedlung des Mondes beitragen zu können.“
Quelle: HPS-GmbH.com