Bislang sind 50.000 Starlink-Satelliten das Ende der Konstellations-Fahnenstange – aber nicht mehr lange. China hat bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) eine regulatorische Anmeldung für eine Mega-Konstellation mit rund 200.000 Satelliten eingereicht. Die Anmeldung wird als Beleg dafür gesehen, dass China daran arbeitet, einen parallelen kommerziellen Startsektor zu etablieren, um direkt mit der derzeitigen Führungsrolle der USA und ihrer kommerziellen Partner zu konkurrieren.
Dabei steht die ITU unter wachsendem Druck, das Problem Weltraummüll und die Zuteilung von Frequenzen für Hunderttausende aktive Satelliten unter einen Hut zu bekommen. Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) äußerte Bedenken hinsichtlich der geopolitischen Auswirkungen eines von China kontrollierten globalen Breitbandnetzes. Der massive Kapazitätszuwachs könnte die Wirtschaftlichkeit und die Preisstruktur des weltweiten Satelliteninternets grundlegend verändern. Doch es bleiben erhebliche technische und regulatorische Hürden, bevor eine solche Flotte tatsächlich umgesetzt werden kann. Die zukünftige Prüfung durch ITU und FCC wird sich vermutlich auf die „Bring-into-use“-Vorschriften konzentrieren, die verlangen, dass ein bestimmter Prozentsatz der angemeldeten Satelliten innerhalb eines bestimmten Zeitraums betriebsbereit ist, damit die Frequenzrechte erhalten bleiben. Sollte China diese Meilensteine verfehlen, könnte dies zu einer erheblichen Kürzung der genehmigten orbitalen Kapazitäten führen.