Deutscher Schub für kanadische Raketen aus dem Drucker: NordSpace mit ILT und SWMS

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Das kanadische Raumfahrt-Startup NordSpace aus Markham gab unlängst bekannt, dass es Beratungsleistungen und Fördermittel in Höhe von bis zu 335.000 CAD vom Industrial Research Assistance Program (NRC IRAP) des National Research Council of Canada erhält. Die Förderung unterstützt ein bilaterales Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das darauf abzielt, die großformatige, multimaterialbasierte additive Fertigung (3D-Druck) für mittelgroße Raketenmotoren voranzutreiben.

Das Projekt stellt eine bedeutende Erweiterung der technologischen Roadmap von NordSpace dar, die den Übergang von leichten Trägerfähigkeiten zu mittelgroßen, in Kanada entwickelten orbitalen Trägerraketen vorsieht. Die aktuelle Raumfahrzeugpalette umfasst die Tundra- und Tundra+-Raketen, die jeweils 500 kg bzw. 1.100 kg in einen niedrigen Erdorbit (LEO) befördern können. Diese Systeme dienen als technologische Grundlage für die Titan, eine mittelgroße Trägerrakete, die bis Anfang der 2030er Jahre über 5.000 kg in den LEO transportieren soll.

Die F&E-Kooperation integriert die spezialisierte Expertise zweier deutscher Partner:

  • Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT): Mit seiner weltweit führenden EHLA-Technologie (Extrem-Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen) ermöglicht das Institut die schnelle und hochauflösende Multimetall-Beschichtung.
  • SWMS Systemtechnik Ingenieurgesellschaft mbH: Das Unternehmen bringt die KI-gestützte CAESA-Software für fortschrittliche Fertigungsplanung und -optimierung ein.

Diese Technologien werden im neu eröffneten Advanced Manufacturing for Aerospace Lab (AMA Lab) von NordSpace eingesetzt. Das Labor widmet sich der Perfektionierung der Hadfield- und Garneau-Serie von Flüssigkeitsraketenmotoren, den einzigen kommerziellen orbitalen Flüssigkeitsmotoren, die derzeit in Kanada aktiv entwickelt werden.

Das Additive Manufacturing-Projekt konzentriert sich auf das Hochvolumen- und Multimaterial-Auftragsverfahren, um funktional abgestufte Werkstoffe zu erzeugen. Durch den Einsatz von Mehrlegierungs-Verbundwerkstoffen will NordSpace regenerativ gekühlte Flüssigkeitsraketenmotoren für extreme kryogene und thermische Umgebungen optimieren. Diese Herangehensweise soll die Anzahl der Bauteile und das Gewicht der Schubkammerbaugruppen reduzieren und gleichzeitig die strukturelle Integrität für häufige Flüge erhöhen.

Die im Rahmen dieses F&E-Zyklus erzielten Fortschritte sollen in die Flugqualifikation des Tundra-Fahrzeugs einfließen. Nach dem erfolgreichen integrativen Test der suborbitalen Taiga-Rakete am 6. Januar 2025 positioniert sich NordSpace als Anbieter einer vollumfänglichen Startlösung. Dazu zählt auch die Entwicklung des Atlantic Spaceport Complex (ASX) in Neufundland und Labrador, das kürzlich die Umweltgenehmigung für zukünftige Orbit-Missionen erhalten hat.

 

Quellen: https://news.satnews.com/2026/01/22/nordspace-advances-high-scale-additive-manufacturing-for-medium-lift-rocket-engines-via-canada-germany-rd-collaboration/

https://www.nordspace.com/news