Kommentierender Bericht zur Lage
Nach bisheriger Planung soll der nächste entscheidende Meilenstein für das Projekt IRIS2 Ende März/Anfang April absolviert werden. In dem Zusammenhang steht auch die Klärung der Frage an, wie das Fell des Bären verteilt werden soll. Dass Dumme ist nur: es ist gar kein Bär in Sicht.
Das SpaceRise-Konsortium weiß zwar offenbar genau, was es einnehmen will, nämlich mindestens 10 Prozent Return on Investment und damit also 400 Millionen Euro p.a., unklar ist aber, woher die Einnahmen kommen sollen. Denn Medienberichten zufolge betonte die bei der EU verantwortliche Direktorin Ekaterina Kavvada jetzt, der Dienst werde für die Länder, die etwas zu seinem Aufbau beigetragen haben, kostenlos sein. Im Klartext: Finanzieren soll alles dann der ganze Rest von institutionellen wie kommerziellen Nutzern. Nutzer, die man noch nicht hat. Und dazu noch solche von der eher seltenen hoch leidensfähigen Sorte, denn im Krisenfall dürfen sie ja nichts nutzen.
So stellt sich nebenbei auch die Anschlussfrage, wer denn die letztendliche Verantwortung für das Projekt und damit auch für das Stopfen aller Schlaglöcher auf der Einnahmeseite hat. Auch diese Frage ist offenbar nicht geklärt – vielleicht, weil es schon so selbstredend logisch wäre, dass hier allein die EU mit ihrem gewaltigen Erfahrungsschatz im Stopfen der von ihr selbst verursachten Schwarzen Finanzlöcher – siehe Galileo – als idealer Kandidat in Betracht kommt. Obendrein eine finanzökologisch korrekte Lösung: schließlich ist Geld für die EU-Kommission ein natürlich nachwachsender Rohstoff.
Klar ist ansonsten nur, dass die potentiellen Großkunden des freien Marktes sich nicht dafür in die Rolle der finanziellen Lückenbüßer drängen lassen werden: Deutsche Telekom und der französische Platzhirsch Orange, obwohl z.T. selbst am SpaceRise-Konsortium beteiligt, haben schon erklärt, im Zweifel nicht mit IRIS2 zu arbeiten.
Sondern mit Starlink.
Quellen:
https://www.advanced-television.com/2026/02/20/iris2-free-for-government-usage/