Die seit kurzem erhältliche Studie fußt unter anderem auf einer bisher so noch nicht beleuchteten Gegenüberstellung der sehr unterschiedlichen, nichtsdestoweniger äußerst effektiven Modelle für schnelle Verteidigungsinnovationen zweier Länder, die vor dem Hintergrund ihrer Innovationserfolge als vorbildhaft gelten müssen: Israel und die Ukraine. Die Studie führt dazu aus:
Israels System ist grundsätzlich „inside-out“: Innovationen entstehen innerhalb des Militärs und werden anschließend in den zivilen Technologiesektor übertragen. Elite-Programme wie Unit 8200, Talpiot und Mamram dienen als Talent-Schmieden, die technische Exzellenz, eine missionsorientierte Kultur und Experimentierfreude fördern. Ehemalige Mitglieder tragen diese Denkweise in Start-ups und Verteidigungsunternehmen weiter und schaffen so einen Verstärkungseffekt. Verteidigungsherausforderungen werden zu kommerziellen Chancen, und kommerzielle Fähigkeiten stärken wiederum die nationale Sicherheit.
Die Ukraine hingegen hat ein starkes „outside-in“-Modell entwickelt. Unter dem Druck des umfassenden Krieges baute das Land eine Innovationspipeline, die das Beste aus dem zivilen Technologiesektor direkt für militärische Anwendungen nutzbar macht. Zivile Innovatoren und die Streitkräfte arbeiten in Echtzeit zusammen und umgehen dabei häufig traditionelle Beschaffungswege und bürokratische Hürden. Start-ups reagieren schnell auf Rückmeldungen von der Front und ermöglichen so eine beispiellose Anpassungsgeschwindigkeit auf dem Schlachtfeld. Dieses Modell hat sich als fähig erwiesen, aus Graswurzel-Initiativen in Rekordzeit skalierbare militärische Fähigkeiten zu schaffen.
Zusammen zeigen diese beiden Modelle, dass es keinen einzigen Weg zu Verteidigungsinnovationen mit Geschwindigkeit und Skalierbarkeit gibt. Während Israel die Kraft institutionalisierter, militärisch verankerter Talentförderung demonstriert, illustriert die Ukraine das Potenzial offener, nachfrageorientierter Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Militär.
Für Europa besteht die zentrale Lehre für Abschreckung darin, beide Logiken zu beherrschen: militärisch getriebene Innovationsstrukturen zu stärken und gleichzeitig das Ökosystem für zivile Techniktalente, Start-ups und nicht-traditionelle Akteure zu öffnen.
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