Innovative Satellitentechnik von OHB mit Thermalschutz von HPS
Drei unscheinbare Buchstaben stehen für technologische Fähigkeiten, ohne die modernes Leben zum Stillstand käme: PNT – Positioning, Navigation, Timing. Fähigkeiten, die ständig weiterentwickelt und optimiert werden müssen: Unter dem Projektnamen „LEO-PNT“ arbeitet der OHB-Konzern (Deutschland) gemeinsam mit dem GMV-Konzern (Spanien) an einer Demonstrationsmission auf LEO mit vier neuen Satelliten. Ziel dieser In-Orbit Demonstration ist es, verschiedene technische Parameter zu erproben und die gewonnenen Erkenntnisse in eine flächendeckende LEO-PNT-Konstellation einfließen zu lassen. Die innovativen LEO-PNT-Nutzlasten agieren dabei als Verstärker zwischen den hochfliegenden Galileo-Satelliten und den Anwendern auf der Erde. So sorgen sie nicht nur für eine Optimierung der bestehenden Signale, sondern erweitern auch das Spektrum der Navigationssignale um neue Frequenzbänder, Signalstrukturen und Inhalte. Deutschland und Spanien zeichneten auf der ESA-Ministerratskonferenz im November 2025 die höchsten Beiträge, gefolgt von Italien.
Um unter den extremen Bedingungen des Weltalls zuverlässig zu funktionieren, werden die vier Satelliten von der Größe etwa einer Waschmaschinen-Trockner-Kombination mit einer mehrschichtigen Isolation (MLI) gegen Kälte und Hitze geschützt. Mit Design, Fertigung und Integration dieser Isolation wurde der Münchner Spezialist HPS GmbH beauftragt. Neben dem Temperaturschutz kommen zusätzliche Vorsorgemaßnahmen zum Einsatz: Eine ITO-Beschichtung schützt gegen atomaren Sauerstoff (ATOX), während eine Single Layer Insulation (SLI) als ESD-Schutz für die Solarpaneele dient.
HPS gilt europaweit als Schlüssellieferant für thermale Hardware im Bereich Navigation und Kommunikation für Kleinsatelliten, sowie für wissenschaftliche Instrumente. Das Unternehmen übernimmt nun die Fertigung und Integration der MLI für die LEO-PNT-Satelliten, HPS war auch schon in Zusammenarbeit mit OHB auch für die MLI am Flugmodell 3 des letztjährigen HIVE-Projekts verantwortlich. Diese enge Partnerschaft ist ein Beweis für das Vertrauen des führenden deutschen Raumfahrtkonzerns OHB in die Kompetenzen von HPS und unterstreicht die strategische Bedeutung starker, mittelständischer Lieferketten in der europäischen Raumfahrtindustrie.
Anmerkung: Ebenfalls für die ersten vier LEO-PNT-Satelliten lieferte HPS bereits Ende letzten Jahres vier ihrer Deorbit-Segelmodule „ADEO-N“ aus. „Zur Vermeidung von Weltraumschrott wurde das Design der LEO-PNT-Satelliten so gestaltet, dass es aktuell geltende Standards noch übertrifft: Mit Hilfe ihres Antriebssystems und eines Segels werden die Satelliten bereits kurze Zeit nach Missionsende ihre Umlaufbahn aktiv verlassen, absinken und schließlich in der Erdatmosphäre verglühen.“ [Zitat BDLI]
Quelle: HPS-GmbH.com