Neun Europäische Schüler kehren vom „Mars“ nach sechstägiger Simulationsmission ins Klassenzimmer zurück
Neun Schüler aus Österreich, Griechenland und Portugal haben das speziell gestaltete Habitat nahe Monsaraz, Portugal, verlassen und damit die sechstägige Mars-Simulationsmission EXPLORE-2 erfolgreich abgeschlossen. Die jungen Europäer schlüpften dabei in die Rolle der Mission Control-Crew und der Astronauten.
Die Schüler lebten, arbeiteten und erkundeten das umliegende Gelände, als wären sie auf dem Mars. Sie bedienten Rover, führten wissenschaftliche Experimente durch und lösten reale Herausforderungen – ganz ohne fremde Hilfe. Die Mission EXPLORE-2 fand vom 13. bis 19. April 2026 im Observatorium OLA – Lago Alqueva in der portugiesischen Region Alentejo statt, deren karge, rötliche Landschaft dem Roten Planeten ähnelt. Das Projekt fand unter der Leitung des Österreichische Weltraum Forums gemeinsam mit vier Partnerinstitutionen statt.
EXPLORE-2 baute auf den Erkenntnissen seines Vorgängerprojekts EXPLORE-1 auf, das im Juni 2025 stattfand. Diese neueste Mission stellte jedoch einen bedeutenden Fortschritt sowohl im Hinblick auf die Bildungsziele als auch auf die operative Realität dar. Die Teilnehmer entwickelten aktiv ihre eigenen Missionspläne – sie planten Experimente, integrierten wissenschaftliche Untersuchungen und trafen operative Entscheidungen – mithilfe von Verfahren, die von AMADEE, dem professionellen Flaggschiff-Forschungsprogramm des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF), adaptiert wurden. Die Schüler übernahmen festgelegte Rollen und arbeiteten zusammen, um die täglichen Herausforderungen des isolierten Missionsbetriebs zu bewältigen. „Wir haben diesen jungen Menschen echte Verantwortung übertragen“, erklärte Dr. Gernot Grömer, Direktor des ÖWF und Projektleiter. „Sie folgten nicht einfach einem vorgegebenen Plan – sie trafen Entscheidungen, verwalteten Ressourcen und arbeiteten wie eine echte Crew. Es ist ein leuchtendes Beispiel für die europäische Zusammenarbeit mit genau der Generation, die eines Tages die bisher ambitionierteste Reise unserer Gesellschaft ermöglichen wird: eine bemannte Mission zum Roten Planeten.“ Ein besonderes Merkmal des EXPLORE-Programms ist die Auswahl der Teilnehmer. Alle Schüler, die an EXPLORE-2 teilnehmen, wurden von ihren Klassenkameraden und den Space Coach-Lehrern ausgewählt – das heißt, diese neun jungen Menschen haben das Vertrauen ihrer gesamten Schulgemeinschaft. Noch bemerkenswerter ist: Die Schüler hatten sich vor Beginn der Mission noch nie getroffen. Innerhalb von nur einer Woche mussten sie Vertrauen zueinander aufbauen, Teamgeist entwickeln und lernen, unter Druck zusammenzuarbeiten – Fähigkeiten, die erfolgreiche Raumfahrtbesatzungen auszeichnen. Sie mussten zudem den täglichen Missionsplan selbstständig anpassen, wenn Schwierigkeiten oder unerwartete Änderungen auftraten, und sicherstellen, dass alle beteiligten Rollen die jeweiligen Aspekte der Mission abdeckten. Jede Schule in Europa kann über das virtuelle Toolkit des Programms am EXPLORE-Projekt teilnehmen und so die analoge Weltraumforschung in Klassenzimmer weltweit bringen. Zukünftig soll die Mars-Analogstation in Monsaraz für einwöchige Exkursionen für Schülerinnen und Schüler aus ganz Europa zur Verfügung stehen.
Teilnehmende Schulen: Amadeus International School, Wien, Österreich Bundesrealgymnasium in der Au, Österreich Europagymnasium Auhof Linz, Österreich Ellinogermaniki Agogi, Griechenland American Farm School Thessaloniki, Griechenland Escola Secundária de Paredes, Portugal Agrupamento de Escolas Professor Agostinho da Silva, Portugal – Agrupamento de Escolas Frei Gonçalo de Azevedo, Portugal
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