PLD Space investiert 35 Millionen Euro in Kourou – MIURA 5 soll Ende 2026 erstmals starten

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PLD Space investiert 35 Millionen Euro in den Bau seines Startkomplexes am einzigen aktiven Weltraumbahnhof Europas – und wird damit zum ersten privaten Betreiber, der in diesem Umfang Kapital in den ELM-Diamant-Standort in Französisch-Guayana steckt.

Mit der Investition steigt die Gesamtfinanzierung von PLD Space auf mehr als 350 Millionen Euro. Gleichzeitig bleibt die Kleinträgerrakete MIURA 5 auf Kurs für ihren ersten Testflug Ende 2026.

Der europäische Markt für Satelliten-Trägerraketen, der 2025 auf 469 Millionen Euro geschätzt wurde, dürfte sich bis 2030 auf 1,09 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Auf genau diesen Wachstumsmarkt setzt PLD Space – noch bevor besser finanzierte deutsche Konkurrenten den Orbit erreichen.

 

PLD Space, das spanische Raketenunternehmen von Raúl Torres und Raúl Verdú, investiert 35 Millionen Euro in den Ausbau seines Startkomplexes am Raumfahrtzentrum Guayana (CSG) in Kourou. Von dort aus startete über drei Jahrzehnte hinweg die Ariane 5. Damit ist PLD Space der erste private Betreiber, der in dieser Größenordnung in die ELM-Diamant-Startzone investiert – ein Areal, das lange Zeit Europas institutionellen Raumfahrtprogrammen vorbehalten war. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Elche beschäftigt mehr als 450 Mitarbeiter in Spanien, Französisch-Guayana und Oman und entwickelt teilweise wiederverwendbare Kleinträgerraketen für kommerzielle Satellitenmissionen in den niedrigen Erdorbit. PLD Space gehört damit zu einer neuen Generation europäischer SpaceTech-Firmen, die dem Kontinent einen unabhängigen Zugang zum All ermöglichen wollen.

MIURA 5 ist eine zweistufige Orbitalrakete, die bis zu 1.040 Kilogramm in den niedrigen Erdorbit oder 540 Kilogramm in eine sonnensynchrone Umlaufbahn transportieren kann. Anders als Anbieter, die auf Mitfluggelegenheiten auf SpaceX’ Falcon 9 angewiesen sind, setzt PLD Space auf dedizierte Starts. Kundinnen und Kunden können also Orbit, Zeitplan und Startfenster selbst bestimmen, ohne sich eine Rakete mit anderen Nutzlasten teilen zu müssen. Genau diese Flexibilität gewinnt an Wert in einem Markt, in dem Verteidigungskunden, Erdbeobachtungsunternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen zunehmend auf souveränen und planbaren Zugang zum Orbit angewiesen sind.

Die Bauarbeiten in Französisch-Guayana befinden sich inzwischen in der Schlussphase, erste Infrastrukturkomponenten werden bereits von Spanien nach Kourou verschifft. Der Startkomplex soll bis Sommer 2026 fertig sein – rechtzeitig vor dem ersten Testflug der MIURA 5, der derzeit für Ende 2026 angesetzt ist.

Dem Infrastrukturprojekt über 35 Millionen Euro gingen zwei wichtige Finanzierungsschritte voraus: Im März 2026 schloss PLD Space eine Series C über 180 Millionen Euro ab, angeführt von Mitsubishi Electric, das zugleich als strategischer Startkunde für Satellitenmissionen in Japan und Asien einstieg. Im April 2026 folgte ein Venture-Darlehen der Europäischen Investitionsbank über 30 Millionen Euro – die erste Direktinvestition der EIB in einen Kleinsatelliten-Träger. Insgesamt hat PLD Space damit inzwischen mehr als 350 Millionen Euro eingesammelt. Von den 35 Millionen Euro fließen 22 Millionen in das französische Industrieökosystem, 13 Millionen davon direkt an mehr als 20 Unternehmen in Französisch-Guayana. Nach Angaben des Unternehmens schafft das Projekt vor Ort einen wirtschaftlichen Mehrwert von 21 Millionen Euro und unterstützt während der Bauphase 250 bis 275 indirekte Arbeitsplätze.

PLD Space bewegt sich in einem zunehmend kapitalintensiven Wettbewerb. Das Münchner Unternehmen Isar Aerospace hat bislang mehr als 590 Millionen Euro bekommen, soll weitere 250 Millionen Euro bei einer Bewertung von 2 Milliarden Euro anstreben und hat bereits einen ersten Start seiner Spectrum-Rakete versucht. Der Test im März 2025 verlief beim Abheben zwar sauber, endete jedoch vor dem Erreichen des Orbits.

Im Vergleich zu Wettbewerbern liegt die Stärke von PLD Space vor allem in der operativen Infrastruktur: Während Isar seine Rakete noch qualifiziert, dürfte PLD Space noch vor Jahresende über einen fertiggestellten, privat betriebenen Startkomplex in Französisch-Guayana verfügen.

Der europäische Markt für Satelliten-Trägerraketen wurde 2025 auf 469 Millionen Euro geschätzt und soll bis 2030 auf 1,09 Milliarden Euro wachsen, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 18,26 %. Der breitere europäische Markt für Weltraumstartdienste – 2025 mit 10,07 Milliarden US-Dollar bewertet – soll bis 2033 auf 25,26 Milliarden US-Dollar anwachsen. Souveräne Verteidigungsprioritäten beschleunigen diese Nachfrage, da europäische Regierungen Startkapazitäten zunehmend als strategische Infrastruktur und nicht mehr als bloßen kommerziellen Nebenaspekt betrachten – ein Wandel, der sich auch im breiteren Aufschwung europäischer Defence-Tech-Investitionen zeigt.

Eine Startinfrastruktur zu besitzen, ist noch kein Geschäftsmodell. Der eigentliche Härtetest für PLD Space im Jahr 2026 wird deshalb nicht der Start an sich sein, sondern das Erreichen des Orbits. Gelingt das, hätte Europa erstmals einen kommerziell tragfähigen Beleg für seine Ambitionen auf souveräne Startkapazitäten.

In a nutshell:

PLD Space investiert 35 Millionen Euro in seinen Startkomplex in Kourou und bringt die MIURA 5 damit einen Schritt näher an ihren geplanten Erstflug Ende 2026. Das spanische Unternehmen positioniert sich damit früh im wachsenden europäischen Markt für Satellitenstarts. Entscheidend wird jedoch sein, ob die Rakete den Orbit tatsächlich erreicht – erst dann könnte PLD Space zum glaubwürdigen privaten Trägeranbieter Europas werden.

Quelle: https://techfundingnews.com/spains-pld-space-invests-e35m-in-kourou-launch-complex-as-miura-5-targets-late-2026-debut/?_bhlid=cc82f8958fe5a27141186263c94286d20c57ef8c