Eine neue Studie skizziert ein System, das die Magnetosphäre der Erde bei extremem Weltraumwetter gezielt verstärken soll.
Starke Sonnenstürme können Satelliten, Kommunikationsnetze, GPS und Stromversorgung beeinträchtigen. Normalerweise bleibt nur, solche Ereignisse vorherzusagen und sich auf ihre Folgen vorzubereiten. Ein Forschungsteam um Brian Walsh von der Boston University schlägt nun einen anderen Ansatz vor: die Magnetosphäre der Erde aktiv zu verstärken, bevor ein Sturm eintrifft.
Das Konzept namens StormWall sieht sechs Raumfahrzeuge in geosynchroner Umlaufbahn vor. Sie sollen bei Bedarf Stoffe wie Barium, Lithium, Natrium oder Kalzium freisetzen. Das Sonnenlicht würde diese Teilchen ionisieren und in ein künstliches Plasma verwandeln.
Dieses Plasma soll sich an der sonnenzugewandten Seite der Magnetosphäre sammeln und dort die Wechselwirkung mit dem Sonnenwind abschwächen. Nach den Simulationen könnte so die Stärke eines schweren geomagnetischen Sturms um mehr als 50 Prozent sinken.
Die Forscher testeten das Modell anhand des starken geomagnetischen Sturms vom Mai 2024. Demnach würde StormWall ein solches Ereignis nicht verhindern, seine Auswirkungen aber deutlich abschwächen.
Praktisch wäre das System aufwendig: Die Flotte müsste eine große Materialmenge transportieren, wäre teuer und nach einem Einsatz zunächst verbraucht. Die Studie betont jedoch, dass der Ansatz technisch grundsätzlich im Bereich des Machbaren liege.
https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2025SW004846