Raumfahrt-Boom in Europa: Deutschland und Italien beschleunigen den Wettlauf um technologische Souveränität

Italienische Flagge

Die Raumfahrtindustrien Deutschlands und Italiens befinden sich im Aufwind: Während der deutsche Raumfahrtsektor 2025 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro erzielte – ein Plus nvon 17 % gegenüber dem Vorjahr –, verzeichnete die italienische Raumfahrtindustrie seit 2021 ein Umsatzwachstum von 63 % auf zuletzt 3,1 Milliarden Euro.

Gemeinsam investieren beide Länder verstärkt in unabhängige europäische Zugänge zum All, Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und resiliente Weltrauminfrastrukturen und treiben damit den Ausbau einer souveränen europäischen Space Economy voran. Prognosen der ESA (European Space Agency) und Roland Berger zufolge soll die globale Raumfahrtwirtschaft bis 2040 auf rund 2 Billionen Euro anwachsen. Weltrauminfrastrukturen gelten dabei zunehmend als kritische Infrastruktur – etwa für Kommunikation, Navigation, Klima- und Sicherheitsanwendungen. Vor dem Hintergrund, wachsender Sicherheitsanforderungen und des internationalen Wettbewerbs um technologische Souveränität bauen Deutschland und Italien ihre Zusammenarbeit in strategischen Zukunftstechnologien weiter aus. Grundlage dafür ist unter anderem der 2023 unterzeichnete deutsch-italienische Aktionsplan zur vertieften Zusammenarbeit in Bereichen wie Raumfahrt, Industriepolitik, Digitalisierung und grünen Technologien. Im Fokus stehen dabei insbesondere europäische Programme wie IRIS², Galileo und Copernicus sowie die Weiterentwicklung unabhängiger europäischer Weltraum- und Kommunikationsinfrastrukturen. Gleichzeitig gewinnen Raumfahrt-, Sicherheits- undVerteidigungstechnologien in Europa zunehmend an strategischer Bedeutung.

In diesem Kontext kommen am 10. und 11. Juni im Rahmen des German-Italian Aerospace Forum 2026 führende Vertreter aus Industrie, Politik, Forschung und Institutionen aus Deutschland und Italien in Berlin zusammen. Unter dem Leitthema „From Collaboration to Excellence in Innovation“ stehen insbesondere europäische Trägersysteme, resiliente Erdbeobachtung, sichere Konnektivität und die Rolle Europas im internationalen Wettbewerb um technologische Souveränität und unabhängige Weltrauminfrastrukturen im Fokus. Diskutiert werden dabei auch neue deutsch-italienische Kooperationspotenziale. Organisiert wird die Veranstaltung von der Italienischen Handelskammer für Deutschland e.V. (ITKAM) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und der Italian Trade Agency (ITA) unter der Schirmherrschaft der Italienischen Botschaft in Berlin.

Nach der Begrüßung durch Vertreter der ITKAM, der Italienischen Botschaft in Berlin sowie des BDLI eröffnet ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti das Forum mit einer Keynote Speech. Im Anschluss diskutieren Vertreter von The Exploration Company, MHP – A Porsche Company, der ELT Group und der Technologycom im Panel „European Launcher Cooperation: Opportunity for Growth“ über europäische Launcher-Systeme, den Ausbau unabhängiger Startkapazitäten sowie neue Marktpotenziale im NewSpace-Sektor. Ergänzt wird das Programm durch ein Startup Showcase des italienischen Luft- und Raumfahrt-Accelerators „Galaxia“.

Der zweite Veranstaltungstag findet im Rahmen der ILA Berlin Air Show statt und wird durch eine Keynote Speech von ESA Director General Josef Aschbacher eröffnet. Im anschließenden Panel „Resilient Earth Observation: EU Secure Connectivity“ diskutieren Vertreter von ESA, OHB System, Rheinmetall, Airbus Defence and Space sowie Thales Alenia Space über die strategische Rolle resilienter Erdbeobachtungs- und Kommunikationssysteme für Klimaüberwachung, Krisenmanagement, Navigation, Verteidigung und digitale Souveränität Europas.

Quelle: Barabino Information