Am Standort Köln des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) startet der Bau eines zentralen europäischen Knotenpunkts für sichere Satellitenkommunikation. Der sogenannte GOVSATCOM-Hub (Governmental Satellite Communications) wird künftig eine zentrale Rolle für die Sicherheit Deutschlands und Europas einnehmen. Hier werden sensible Kommunikationsdienste für Behörden und Einsatzkräfte gebündelt.
„In Zeiten von Krisen und Wandel muss sich Europa auf Kommunikationssysteme verlassen können, die auch bei gestörten terrestrischen Netzen funktionsfähig bleiben. GOVSATCOM ist weit mehr als ein technisches Programm – es ist eine strategische Investition in die Resilienz und die Zukunft Europas“, sagt die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla.
Souveränität und Schutz im Fokus
Die Raumfahrt gilt zunehmend als fundamentale Säule der europäischen Sicherheitsarchitektur, wobei Satelliten den entscheidenden Faktor für Information und Kommunikation darstellen. Durch den neuen Hub in Köln übernimmt Deutschland eine Führungsrolle beim Aufbau einer souveränen und widerstandsfähigen europäischen Infrastruktur. In dem neuen Gebäude erfolgt das sogenannte „Pooling und Sharing“ – die effiziente Verschaltung von Service-Anbieter und -Nutzer für behördliche und sensible Anwendungen.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, betont: „Der GOVSATCOM-Hub steht für technologische Exzellenz, europäische Zusammenarbeit und die Fähigkeit, unsere Sicherheit und Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter nachhaltig zu stärken. Deutschland und Europa rüsten sich mit souveränem Zugang zur Satellitenkommunikation, um auch in Krisen- und Ausnahmesituationen handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig stärkt das Projekt den Raumfahrtstandort Deutschland, fördert Innovationen und schafft zukunftssichere Arbeitsplätze.“
Starke Zusammenarbeit von EU, Bund und Land
Das Neubauprojekt basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW). NRW unterstützt das strategische Großprojekt mit einer Investition von bis zu 50 Millionen Euro. Der Kölner Hub wird künftig einer von zwei zentralen europäischen Knotenpunkten im Rahmen der EU-Raumfahrtprogramme zur staatlichen und kommerziellen Satellitenkommunikation sein.
„Der GOVSATCOM-Hub in Köln ist ein wichtiger Baustein europäischer Handlungsfähigkeit in Krisensituationen. Er stärkt die sichere Satellitenkommunikation in Europa und trägt dazu bei, dass Staaten, Behörden und Einsatzkräfte auch in Krisensituationen verlässlich und souverän kommunizieren können. Das ist besonders in der aktuellen Zeit mit dem Krieg in der Ukraine, hybriden Bedrohungen und Angriffen auf kritische Infrastruktur entscheidend. Nordrhein-Westfalen leistet damit einen konkreten Beitrag zu mehr Sicherheit, Resilienz und technologischer Souveränität in Europa“, sagt der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst.
Sichere, resiliente Satellitenkommunikation für Europa
Mit dem GOVSATCOM-Programm sorgt die Europäische Union dafür, dass Behörden und Einsatzkräfte zuverlässig und sicher per Satellit kommunizieren können – zum Beispiel bei Naturkatastrophen, in Krisengebieten, bei der Überwachung von See- oder Landesgrenzen, bei Einsätzen in außereuropäischen Gebieten oder für diplomatische Einrichtungen.
Der GOVSATCOM-Hub in Köln verbindet die hoheitlichen Nutzerinnen und Nutzer mit bereits vorhandenen Satellitenressourcen und koordiniert die sichere Bereitstellung der Kommunikationsdienste. Dadurch bleiben Behörden und behördliche Hilfsorganisationen auch dann handlungsfähig, wenn herkömmliche Kommunikationswege ausfallen, gestört oder überlastet sind.
Quelle: https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2026/spatenstich-beim-dlr-europaeischer-hub-fuer-sichere-satellitenkommunikation-entsteht-in-koeln
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