Amazon hat bei der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) den Antrag auf Genehmigung einer neuen Satellitenkonstellation mit bis zu 5.105 Satelliten gestellt. Das geplante System soll Mobiltelefone und andere kompatible Endgeräte künftig direkt aus dem Weltraum mit Sprach-, Daten-, Text- und Notfalldiensten versorgen.
Mit dem Vorhaben erweitert Amazon seine Aktivitäten im Bereich satellitengestützter Kommunikation deutlich. Die neue Direct-to-Device-Lösung (D2D) soll dort Konnektivität ermöglichen, wo terrestrische Mobilfunknetze nicht verfügbar, wirtschaftlich schwer realisierbar oder durch Katastrophen beeinträchtigt sind.
Die geplante Konstellation firmiert unter Amazon Leo, dem früheren Project Kuiper. Sie soll die bestehende Breitbandstrategie des Unternehmens um direkte mobile Konnektivität ergänzen. Dafür sollen Satelliten im niedrigen Erdorbit eingesetzt werden, die mit fortschrittlicher Signalverarbeitung, phasengesteuerten Antennen und optischen Verbindungen zwischen Satelliten ausgestattet sind.
Nach Angaben aus dem FCC-Antrag ist vorgesehen, Sprachverbindungen, mobile Daten, Textnachrichten, Notfallkommunikation sowie Anwendungen für Fahrzeuge, abgelegene Arbeitsorte, Lieferketten und das Internet der Dinge zu unterstützen. Amazon will damit insbesondere Menschen, Unternehmen und öffentliche Stellen erreichen, die sich außerhalb zuverlässiger Mobilfunkabdeckung befinden.
Die Initiative steht im Zusammenhang mit Amazons geplanter Übernahme von Globalstar. Über dessen Satelliteninfrastruktur und Frequenzrechte soll das neue D2D-System bestehende terrestrische Netze ergänzen, statt sie zu ersetzen. Der Dienst soll gemeinsam mit Mobilfunknetzbetreibern umgesetzt werden.
Mit dem Antrag reagiert Amazon auf einen wachsenden Markt für Supplemental Coverage from Space, also die Ergänzung terrestrischer Mobilfunknetze durch Satelliten. Der Wettbewerb mit anderen Anbietern satellitengestützter Mobilfunkdienste, darunter Starlink Mobile, dürfte sich dadurch weiter verschärfen.
Die FCC wird den Antrag nun unter anderem mit Blick auf Frequenzkoordination, Interferenzschutz und Maßnahmen zur Vermeidung von Weltraumschrott prüfen. Amazon strebt an, mit dem Aufbau des Direct-to-Device-Netzes ab 2028 zu beginnen. Kommerzielle Dienste könnten anschließend schrittweise verfügbar gemacht werden, abhängig von regulatorischen Genehmigungen, technischer Qualifizierung und der Zusammenarbeit mit Netzbetreibern.
Mit der geplanten Konstellation positioniert sich Amazon stärker im Markt für globale mobile Konnektivität und erweitert seine Satellitenstrategie von fest installierten Breitbandterminals hin zur direkten Versorgung kompatibler Endgeräte.