Im Osten was Neues: Bulgarien treibt neues Innovationszentrum für Raumfahrt und Verteidigung voran

Bulgarien
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Die bulgarische Regierung hat ein MoU mit dem heimischen Satellitenhersteller EnduroSat geschlossen. Beide Seiten wollen am Luftwaffenstützpunkt Dobroslawzi nahe Sofia ein neues Innovationszentrum für Raumfahrt und Verteidigung entwickeln. Der Schritt erfolgt, während bulgarische Raumfahrtunternehmen wie Sfera Technologies ihre Fähigkeiten ausbauen und die Regierung versucht, Bulgarien als eigenständigen europäischen Raumfahrtstandort neben der Europäischen Weltraumorganisation zu positionieren.

Obwohl Bulgarien keine nationale Raumfahrtagentur besitzt, bereitet das Land den Aufbau eines Nationalen Zentrums für Beobachtung, Koordination und Management mithilfe von Weltraumdaten vor, erklärte Ministerpräsident Rumen Radew am 6. August. Radew bezeichnete das Vorhaben als Ausdruck der Wirtschaftspolitik seiner Regierung: Investitionen in Wissensökonomie, Hochtechnologie, Forschung und Entwicklung. Ziel sei es, Bulgarien von einem Technologieverbraucher zu einem Technologieentwickler zu machen.

EnduroSat-Gründer und CEO Raycho Raychev nannte das Projekt umfangreich und komplex. Geplant sei ein umfassendes Zentrum für Montage, Tests und Qualifizierung neuer Satellitengenerationen. Dobroslawzi solle zu einem der größten Entwicklungszentren für Raumfahrt und Verteidigung in Europa werden. Auch andere bulgarische Firmen verfolgen die Initiative, darunter Sfera Technologies, das an einem integrierten System zur beschleunigten Bereitstellung von Erdbeobachtungsdaten arbeitet.

Laut Sfera-Gründer und CEO Zdravko Dimitrov verfügt Bulgarien in Europa über eine selten breite Raumfahrtbasis: Bodenstationsdienste für niedrige, mittlere und geostationäre Orbits, Satellitenbau und AIT, eigene geostationäre Kommunikationskapazitäten sowie eine lange Tradition in der Weltraum- und Planetenforschung seit den 1970er Jahren. Dimitrov sieht großes Potenzial im lokalen Ökosystem. Besonders interessant sei für Sfera der geplante Überwachungs- und Beobachtungsbereich, da das Unternehmen auf schnellere Datenlieferung spezialisiert ist. Der bulgarische Raumfahrtsektor sei bislang fragmentiert; die Dobroslawzi-Initiative solle als Knotenpunkt Wachstum bündeln und unterstützen.

 Eine wichtige Stärke Bulgariens seien qualifizierte Fachkräfte und Hochschulen wie die Universität Sofia, die laut Dimitrov über ein robustes Luft- und Raumfahrttechnikprogramm verfügt. Parallel wollen Unternehmen wie Sfera Technologies wachsen. Dimitrov zufolge plant Sfera, bis Ende 2026 etwa ein Dutzend Satelliten zu unterstützen. Für 2027 sind der Ausbau eigener Bodenstationsinfrastruktur und der Erwerb eigener Bodenstationen vorgesehen.

Neben der EU betrachtet Sfera auch die USA und Südostasien als Zielmärkte, wo die Nachfrage nach entsprechenden Fähigkeiten steigt.

Quelle:

https://isstracker.pl/en/news/bulgaria-rozwija-projekt-uruchomienia-nowego-centrum-innowacji-kosmicznych-i-obronnych,FWRBm