Der norwegische Staatsfonds wurde gegründet, um sowohl die Einnahmen aus Sozialversicherungsbeiträgen als auch jene aus dem staatlichen Ölgeschäft gewinnbringend zu investieren, um den norwegischen Bürgern auch nach dem Ölboom in der Nordsee soziale Sicherheit zu garantieren. Mit einer seit rund 30 Jahren stetig um gut 6,8% wachsenden Rendite des Volumens von derzeit 1,7 Billionen Euro lässt er zwei Annahmen realistisch erscheinen: erstens versteht dieser Staat, der das Vermögen durch Norges Bank Investment Management verwalten und um Renditen stets jenseits der DAX-Gewinne wachsen lässt, etwas vom Geldverdienen statt nur vom Ausgeben, und zweitens lohnt sich daher auch der Blick auf die Investment-Strategie Norwegens. Und die setzt jetzt eindeutig auch auf den kommerziellen Raumfahrtsektor. So hat Norges Bank Investment Management jüngst eine ausgeweitete Beteiligung an AST SpaceMobile, Inc. gemeldet – einem Unternehmen, das Satellitenkommunikation direkt mit herkömmlichen Mobiltelefonen ermöglichen will. Aus institutionellen Meldungen für das zweite Quartal geht hervor, dass der Fonds weitere 604.458 Aktien von AST SpaceMobile erworben hat. Zum Quartalsende belief sich der Wert der Beteiligung damit auf 256 Millionen Euro. Parallel dazu machte der Fonds eine Beteiligung an SpaceX im Wert von 1,22 Milliarden US-Dollar öffentlich. Der Anteil an dem privat gehaltenen Raketen- und Satellitenbetreiber liegt demnach bei 0,05 Prozent.
Die Offenlegung zeigt erstmals detailliert, wie sich der weltweit größte Staatsfonds im kommerziellen Raumfahrt- und Satellitengeschäft positioniert.
Keine Angst vor Technologie: Norwegens Billionen-Fonds setzt auf Raumfahrt und HighTech
Zusammengenommen unterstreichen die Engagements eine breitere Diversifizierungsstrategie: Der Fonds ist bereits bei zahlreichen Technologiekonzernen investiert, darunter Nvidia mit 1,28 Prozent und Apple mit 1,24 Prozent neben AT&T, Amazon, Infineon oder etwa Johnson & Johnson.
Direktverbindung zum Smartphone rückt näher
Für AST SpaceMobile kommt die zusätzliche institutionelle Unterstützung zu einem wichtigen Zeitpunkt. Die Aufstockung für das Unternehmen, welches an Hardwaremontage und Startlogistik für eine leistungsfähige Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit arbeitet, fällt in eine Phase, in der AST SpaceMobile den Übergang zur kommerziellen Bereitstellung seiner Direkt-zu-Endgerät-Dienste vorbereitet. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge die Endmontage seines Block-2-BlueBird-Satellitenstapels abgeschlossen, bevor dieser mit einer Falcon9 transportiert werden soll. Jeder Block-2-Satellit nutzt proprietäre AST5000-ASICs und eine rund 2.400 Quadratfuß große Phased-Array-Antenne. Ziel sind Datenraten von bis zu 200 Mbit/s – direkt auf unveränderte Smartphones.
Gefragt nach der geschäftlichen Dimension, verweist AST SpaceMobile auf kommerzielle Integrationsvereinbarungen mit nahezu 60 Mobilfunknetzbetreibern, die zusammen mehr als 3 Milliarden Kunden erreichen. Das Direkt-zu-Mobilfunknetz des Unternehmens soll vor allem dort Versorgungslücken schließen, wo klassische terrestrische Netze an ihre Grenzen stoßen – etwa in abgelegenen Regionen, auf See oder in nicht erschlossenen Märkten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Staatlicher_Pensionsfonds_(Norwegen)