Christa Fuchs erhält Sonderpreis des Deutschen Gründerpreises

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Bremen/Berlin, 9. September 2026. Christa Fuchs, die Gründerin von OHB, wurde gestern im Rahmen des Deutschen Gründerpreises mit einem Sonderpreis für ihre besondere unternehmerische Lebensleistung ausgezeichnet. Mit der Ehrung würdigt die Jury ihren außerordentlichen Beitrag zum Aufbau eines der führenden europäischen Raumfahrtunternehmen und ihre nachhaltige Prägung der deutschen und europäischen Raumfahrtindustrie.

Christa Fuchs, geboren 1938, übernahm 1981 das kleine Familienunternehmen Otto Hydraulik Bremen am Hemelinger Hafendamm. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte die Firma fünf Mitarbeiter und reparierte in erster Linie hydraulische Schiffssysteme für die Bundeswehr.
„Ich wollte gerne selbständig sein, und mich hat die Werkstatt am Hemelinger Hafen an die Schlosserei meines Vaters erinnert. Dazu kam, dass ich mich mit den Gründern, der Familie Otto, gut verstanden habe, und ich das Gefühl hatte, dass die Firma gut zu mir passt“, erinnert sich Christa Fuchs.

Mit unternehmerischem Geschick stellte sie früh die Weichen auf Wachstum und erschloss neue Geschäftsfelder. Mit dem Einstieg ihres Mannes Manfred Fuchs 1985 erhielt das Unternehmen dann eine klare strategische Perspektive in Richtung Raumfahrt. Während er die technologische Vision prägte, hielt Christa Fuchs die wirtschaftlichen Zügel in der Hand.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Unternehmen kontinuierlich. Meilensteine waren unter anderem der Gewinn des Großauftrags für das Radaraufklärungssystem SAR-Lupe der Bundeswehr im Jahr 2001 sowie der Zuschlag für vierzehn Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo im Jahr 2010. Durch diese Erfolge etablierte sich OHB Schritt für Schritt als dritter großer Raumfahrtanbieter in Europa.

Heute deckt die OHB-Gruppe die gesamte Wertschöpfungskette der Raumfahrt ab und realisiert für institutionelle und kommerzielle Kunden Missionen für Erdbeobachtung, Navigation, Telekommunikation, Wissenschaft und Verteidigung. Damit erwirtschaftet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro und wurde nach vorangegangener Kapitalerhöhung kürzlich in den SDAX aufgenommen, wobei Familie Fuchs weiterhin über 60 Prozent des Aktienkapitals hält.

Als Finanzverantwortliche und kaufmännisches Gewissen des Unternehmens gestaltete Christa Fuchs den Erfolg von OHB über Jahrzehnte maßgeblich mit. 2002 wechselte sie von der Geschäftsführung in den Aufsichtsrat, dem sie bis 2018 als Vorsitzende vorstand. Bis 2024 gehörte sie dem Gremium weiterhin an, ehe sie mit der Niederlegung ihres Mandats in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde.

Mit dem Sonderpreis würdigt der Deutsche Gründerpreis nicht nur eine außergewöhnliche Unternehmerkarriere, sondern auch eine Persönlichkeit, die maßgeblich dazu beigetragen hat, die deutsche Raumfahrtindustrie zu formen und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

„Mit ihrem Mut, ihrem Gespür für Zahlen und ihrem unermüdlichen Einsatz hat meine Mutter die Grundlage dafür geschaffen, dass Deutschland heute über ein eigenes Raumfahrtsystemhaus verfügt“, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender von OHB. „Gemeinsam mit meinem Vater hat sie OHB als Unternehmen groß gemacht.“

„OHB liefert nahezu alle Arten von Satelliten, die für die europäische Sicherheit notwendig sind und das ist der Verdienst von Frau Fuchs. Ohne Christa Fuchs gäbe es keine Sicherheit in Europa“, sagt Jean-Jacques Dordain, ehemaliger Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA).

„Ich fühle mich sehr geehrt und bin stolz drauf, diesen Preis zu bekommen“, betont Christa Fuchs. „In der Raumfahrtbranche hat OHB schon sehr lange viel Anerkennung bekommen, aber seit ein paar Jahren wird auch in der breiteren Öffentlichkeit ein Unternehmen wie unseres als etwas Besonderes wahrgenommen, und das finde ich natürlich toll.“

 

Quelle: Pressemitteilung OHB