Das in Kalifornien ansässige Asteroidenbergbau-Unternehmen hat seine Mission Autonomy-1 für den allerersten Flug der Nova-Pathfinder-Rakete von Stoke Space gebucht, deren Start für Anfang 2027 vorgesehen ist. Wie der Name bereits andeutet, wird Autonomy-1 selbstständig arbeiten – ermöglicht durch das neu entwickelte KI-Modell Solo von AstroForge.
„Autonomy-1 wird die erste Weltraummission sein, die nach der Trennung ihre gesamte Mission ohne einen einzigen Befehl vom Boden aus durchführt“, sagt Matt Gialich, CEO und Mitgründer von AstroForge. „Mit Solo nehmen wir den menschlichen Operator aus dem Regelkreis.“
AstroForge will im All Rohstoffe gewinnen und dafür eine Flotte von Raumfahrzeugen einsetzen, die über die Weiten des Weltraums verteilt ist. Eine große Zahl solcher Sonden manuell zu steuern, wäre aufwendig und teuer. Aus diesem Grund entwickelte das Start-up Solo.
Das KI-Modell, ausgeführt als Befehlsebene über allen Funktionen des Raumfahrzeugs, koordiniert alle Bordfunktionen autonom und ermöglicht dem Raumfahrzeug, während des Fluges Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Vollständige Missionsautonomie ist das Fernziel, dem AstroForge sich schrittweise nähern will.
Solo wird zunächst auf der AstroForge-Mission DeepSpace-2 fliegen. Diese startet Ende 2026 mit derselben Falcon-9-Rakete von SpaceX, die auch den dritten robotischen Mondlander von Intuitive Machines zum Mond bringen soll. DeepSpace-2 soll sich einem erdnahen Asteroiden nähern. Solo wird dabei jedoch keine dieser Operationen steuern. Stattdessen arbeitet das Intelligenzmodell im „Schattenmodus“: Es verarbeitet Raumfahrzeugdaten und trifft Entscheidungen, ohne dass diese umgesetzt werden.
Bei Autonomy-1 ändert sich das. Die Mission soll Solo in der Erdumlaufbahn im vollen Maßstab demonstrieren. Deshalb wird Autonomy-1 nach der Trennung von der Rakete keinen Befehl vom Boden aus mehr bekommen, stattdessen Telemetrie- und Wissenschaftsdaten zur Erde übertragen. Solo muss außerdem die Arbeit einer wissenschaftlichen Nutzlast unterstützen: COMPASS, ein kompakter multispektraler Photometer für die Weltraumforschung und ein Instrument der NASA-Heliophysik, das mit der Mission fliegt.
AstroForge hat bereits zwei Weltraummissionen durchgeführt. Im April 2023 brachte das Unternehmen einen Cubesat-Prototyp namens Brokkr-1 in die Erdumlaufbahn, konnte seine Bergbautechnik jedoch nicht aktivieren.
Im Februar 2025 startete das Raumfahrzeug Odin von AstroForge gemeinsam mit der Mondlandemission IM-2 von Intuitive Machines Richtung Deep Space. Odin sollte an einem erdnahen Asteroiden vorbeifliegen und ihn untersuchen. AstroForge hatte jedoch Schwierigkeiten, eine Verbindung zu dem Raumfahrzeug herzustellen, das schließlich verloren ging.
Der Start von Autonomy-1 wird 2027 auch deshalb aufmerksam verfolgt werden, weil es der erste Orbitalstart von Stoke Space sein wird, einem Unternehmen, das vollständig wiederverwendbare Raketen entwickelt.