Klartext Raumfahrt

Nihil fit sine causa

Ariane & Co: Nur noch winzige Brosamen vom Tisch des Falken ?

Perfekt
© Janke

Musk sieht Europäer bei unter 4 Prozent des Startmarktes

SpaceX hält mit der Falcon 9 derzeit ein Log von 329 Starts mit 293 erfolgreichen Landungen auf Betonplätzen an Land wie auch auf Drohnenschiffen sowie 262-fach erfolgreicher Heimkehr von Falcon 9-Boostern. In ein paar Wochen, so zeigte sich Elon Musk bei einem „all-hands-meeting“ in Boca Chica zuversichtlich, werde die Marke von 300 Landungen erreicht.

 

Darüber hinaus stehe in etwa einem Monat der vierte Startship-Flug an, für den darauffolgenden fünften ist vorgesehen, den Booster mit Hilfe der speziellen Riesenarme, genannt „Mechazilla“, die ihn nur wenige Meter über dem Boden auffangen, wieder in Boca Chica landen zu lassen. Dort stehen bereits vier Paare (Booster und Raumschiff) bereit, und Musk geht davon aus, dass in diesem Jahr noch ca. sechs weitere gebaut werden. Ein zweiter Startplatz, der Starships aufnehmen kann, wird derzeit in Cape Canaveral gebaut und soll bis Mitte 2025 in Betrieb genommen werden. Ziel sei es – bei Wiederverwendbarkeit – die Kosten pro Starship-Start auf 2 bis 3 Millionen Dollar zu senken. Die Ansage: „Starship 3 wird pro Flug weniger kosten als Falcon 1“. Alles in allem werde SpaceX nach seiner Planung bald das Unternehmen sein, welches 90 Prozent der gesamten Trägermasse des Planeten im Startbetrieb hält, während China es noch auf sechs, der Rest der Welt zusammen aber nur noch vier Prozent beisteuern werde.

 

Zur Erinnerung: Ariane 5 allein hielt von 1996 an rund zwanzig Jahre lang einen Marktanteil von ca. 50 Prozent. Bereinigt um andere Player wie PSLV, Rocket Lab, die Träger Japans und weiterer Länder anderer Kontinente, alle neuen Kleinträger der Welt sowie um einen gewissen Anteil des hausinternen und gleichzeitig Konkurrenten wie Partners Vega C, bliebe nach Elon Musk´s Rechnung vom ehemals stolzen Leuchtturm der Startdienste noch rund ein Zwanzigstel im Format eines kläglichen Teelichts übrig. Das scheint spätestens dann als düstere Möglichkeit am Horizont auf, sobald der faktische Exklusivkunde Jeff Bezos die Ariane 6 nicht mehr für Kuiper braucht und sich kein kommerzieller Ersatz für´s Orderbuch finden sollte.

 

Wenngleich ein Lerneffekt aus vielen Jahren der Prophezeiungen von Elon Musk besagt, dass manche Ankündigung sich auch als ein wenig zu vollmundig herausstellen kann, so ist ihm doch sein zentraler Punkt nicht abzusprechen: Während sich viele Auguren daran abgearbeitet haben zu argumentieren, warum die Wiederverwendung von Trägerraketen unmöglich oder doch zumindest unsinnig ist, hat er sich um diese Diskussionen nicht geschert und stattdessen lieber bewiesen, dass genau dies eben doch funktioniert – technisch und wirtschaftlich.

 

Das System Elon Musk stellt eben immer die große Vision voran. Anderswo herrscht die Doktrin, wer Visionen hat, der möge zum Arzt gehen; Musk setzt sie lieber um –

 

Stück für Stück.

  

Quellen:

https://www.youtube.com/watch?v=3CSwUf4Dqf4

https://advanced-television.com/2024/04/09/spacex-2-7m-customers-and-180bn-value/