Bekanntermaßen sind die neu gegründeten „Sondervermögen“ des Bundes – unter anderem auch jene für den zügigen Aufbau ziviler wie militärischer Resilienz im All – trotz des sympathisch klingenden Begriffs dem Wesen nach nichts anderes als neue Schulden. Die werden normalerweise ohne Aufsehen über die bundeseigene Finanzagentur am Markt bei Banken, Fonds, Pensionskassen und Stiftungen gegen verzinsliche Schuldpapiere zu barer Münze gemacht. Aber eben nicht immer und automatisch: So hat die Bundesregierung jüngst bei einer routinemäßigen Versteigerung von Bundeanleihen mit zehn Jahren Laufzeit im geplanten Volumen von fünf Milliarden Euro ihr Ziel um 500 Millionen Euro verfehlt und verkaufte daraufhin nur im Wert von 3,8 Milliarden an die Anleger.
Der FDP-Politiker Florian Toncar, ehemaliger Parlamentarischer Staatsekretär im Bundesfinanzministerium zu Ampelzeiten mit Zuständigkeit für den Haushalt reagierte sofort und schrieb „Das ist ein Alarmzeichen“ auf der Plattform X. Die Bundesregierung reagierte betont gelassen und verwies auf ähnliche Vorkommnisse, denen man in der Regel mit einer Verknappung des Angebots zur Stabilisierung der Zinskosten begegne. Bei der jüngsten Runde sei es allerdings schon zu einem Unterbietungswettstreit gekommen – für Toncar eben nicht die normale Situation.
Papiere für 512 Milliarden Euro wird die Finanzagentur des Bundes dieses Jahr noch losschlagen müssen, um aktuell neue sowie die Ablösung bzw. Umwidmung alter Schulden und damit eben auch die neue Raumfahrt auf Pump zu ermöglichen. Mit 2,9 Prozent stiegen jüngst die Renditen von Bundesanleihen mit 10 Jahren Laufzeit jedenfalls auf ein Niveau wie vor zuletzt fünfzehn Jahren.