Wie Satnews beeichtet, hat DarkSky International gemeinsam mit der American Bird Conservancy, Environment America und Public Employees for Environmental Responsibility (PEER) einen formellen Antrag auf Überprüfung der ursprünglichen Genehmigung für Reflect Orbitals eingereicht. Darin fordert die Organisation, dass die vollständige Federal Communications Commission (FCC) die Genehmigung ihres Space Bureau für den Demonstrationssatelliten Eärendil-1 von Reflect Orbital Inc. rückgängig macht.
Die von der Umweltrechtsorganisation Earthjustice eingereichte rechtliche Anfechtung macht geltend, dass die Behörde gegen den National Environmental Policy Act (NEPA) verstoßen habe, indem sie eine orbitale Beleuchtungsnutzlast genehmigte, ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen.
Der Antrag folgt auf die Verfügung des FCC Space Bureau vom 9. Juli 2026. Darin wurde die Nutzung von Funkfrequenzen für den experimentellen Satelliten genehmigt, zugleich aber festgestellt, dass Lichtverschmutzung außerhalb des Funkbereichs und Beeinträchtigungen der Astronomie nicht in den verpflichtenden Umfang der Umweltprüfung der Behörde fielen.
Die regulatorische Anfechtung richtet sich unmittelbar gegen die richtungsweisende Entscheidung des Space Bureau zu weltraumgestützten Sonnenreflektoren. Wie SatNews bereits nach der ursprünglichen Funkgenehmigung der FCC für den Testsatelliten von Reflect Orbital berichtete, gingen bei der Kommission nahezu 1.900 öffentliche Stellungnahmen ein; die meisten davon stammten von Astronomen, Luftfahrtgruppen und Umweltorganisationen, die sich gegen das Projekt aussprachen.
DarkSky argumentiert in seinem Antrag, die FCC habe sich zu Unrecht auf einen kategorialen Ausschluss nach NEPA gestützt, der für herkömmliche Kommunikationssatelliten konzipiert worden sei. Die Behörde habe nicht bewertet, wie gebündelte optische Strahlen nächtliche Ökosysteme, Zugvogelrouten, die Flugsicherheit und die bodengebundene optische Astronomie beeinflussen.
Worum es konkret geht
Der Prototyp Eärendil-1 ist als 142 Kilogramm schwerer Kleinsatellit ausgelegt und soll Ende 2026 im Rahmen einer SpaceX-Mitflugmission gestartet werden. Zu den wichtigsten technischen Parametern der Testnutzlast und der vorgeschlagenen kommerziellen Architektur gehören:
- Reflektorabmessungen: Ein ausfaltbarer, motorisierter Dünnfilmspiegel von 18 mal 18 Metern, der konzentriertes Sonnenlicht auf Zielkoordinaten am Boden lenken soll.
- Orbitalhöhe: Einsatz in einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) zwischen 600 und 650 Kilometern.
- Beleuchtungsfläche: Erzeugt einen wandernden Lichtkegel am Boden von etwa 5 Kilometern Breite mit einer Lichtintensität nahe Vollmondniveau für bis zu fünf Minuten pro Überflug.
Während der Einzel-Satelliten-Antrag von Reflect Orbital nur das erste zweijährige Testsystem umfasst, sieht der kommerzielle Fahrplan des Start-ups eine Skalierung auf 1.000 Satelliten bis 2028 und auf mehr als 50.000 Spiegel bis 2035 vor. Ziel ist es, kontinuierlich „Sonnenlicht auf Abruf“ für Solarkraftwerke, Notfallgebiete und industrielle Außenstandorte bereitzustellen.
Der Antrag verlagert den Rechtsstreit an das vollständige Gremium der FCC-Kommissare. Wird der Überprüfung stattgegeben, könnte die Kommission verpflichtet werden, formelle Umweltprüfungsprotokolle für nicht-traditionelle Nutzlasten in niedriger Erdumlaufbahn festzulegen und damit regulatorische Ausnahmen für kommerzielle orbitale Beleuchtung und groß angelegte Reflektorkonstellationen zu beenden.