Die nächste Megakonstellation: TeraWave von Bezos’ Blue Origin mit 5.280 LEO- und MEO-Satelliten

Distribution of space debris around Earth
© ESA 432604

Ein weiteres Satelliten-Megakonstellationsprojekt ist in Arbeit – diesmal von Jeff Bezos’ Raumfahrtunternehmen Blue Origin. Das in Washington ansässige Unternehmen kündigte am 21. Tag des neuen Jahres ein Netzwerk namens TeraWave an, das aus 5.280 Satelliten im niedrigen Erdorbit (LEO) und weiteren 128 Satelliten im mittleren Erdorbit (MEO) bestehen soll, gesamt also 5.408.

Laut Blue Origin wird dieses Netzwerk Zehntausende von Unternehmenskunden, Rechenzentren und Regierungsorganisationen bedienen, die auf zuverlässige Konnektivität für kritische Anwendungen angewiesen sind. Zielgruppe von TeraWave sind große Unternehmen und Behörden – Organisationen, die besonders hohe Durchsatzraten für ihre Kommunikation benötigen.

Die LEO-Satelliten von TeraWave sollen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 144 Gigabit pro Sekunde über Funkverbindungen ermöglichen. Die MEO-Satelliten sind sogar noch leistungsfähiger und nutzen Laser, um Datentransfers von bis zu 6 Terabit pro Sekunde bereitzustellen.

„TeraWave spricht die bisher unerfüllten Bedürfnisse von Kunden an, die nach höheren Durchsatzraten, symmetrischen Upload-/Download-Geschwindigkeiten, mehr Redundanz und schneller Skalierbarkeit suchen“, heißt es in der Mitteilung von Blue Origin. „Kunden können so Durchsatz und Standort flexibel an ihre aktuellen Anforderungen anpassen.“

Blue Origin plant, mit dem Aufbau der Konstellation im vierten Quartal 2027 zu beginnen.

Mehrere weitere Satelliten-Megakonstellationen befinden sich ebenfalls im Aufbau. So versorgt SpaceX’ Starlink bereits Kunden weltweit mit einem Netzwerk von heute schon knapp 10.000 Satelliten – 42.000 sollen es mal werden. Zwei chinesische Megakonstellationen – GUOWANG („Nationales Netzwerk“) und Quianfan („Tausend Segel“) – entstehen ebenfalls im niedrigen Erdorbit und sollen bei Fertigstellung jeweils über 13.000 Satelliten umfassen.

Auch Amazon, von Bezos 1994 gegründet, baut derzeit ein eigenes LEO-Satellitennetzwerk mit dem passenden Namen Amazon Leo auf. Im Gegensatz zu TeraWave und Starlink richtet sich Amazon Leo jedoch eher an Privatnutzer. Amerikaner und Chinesen beanspruchen damit sehr bald Platz auf LEO und MEO für bis zu 80.000 Satelliten, Frequenzen für weitere 200.000 haben Letztgenannte bereits beantragt. Und das ist nicht alles: Ruanda steht mit Frequenzanträgen für zwei Megakonstellationen von gesamt 327.320 Satelliten seit 2021 in der Warteschleife, macht dann zusammen bald eine halbe Million aktive Verkehrsteilnehmer auf den beiden Highways in Space, LEO und MEO – abgesehen von rund einer Million Schrottteilen bis zehn Zentimetern Größe und 140 Millionen viel kleineren Partikeln. Jenseits aller damit verbundenen Herausforderungen hat die Situation zumindest für Iris2, die groß angekündigte Attacke der EU auf die Giganten des Alls, einen unschlagbaren Vorteil: ihre 290 Satelliten fallen unter denen, die hier den Ton angeben, so oder so nicht auf – egal, ob sie irgendwann ein paar Runden mitfliegen oder nicht.

Quellen: https://www.blueorigin.com/news/blue-origin-introduces-terawave-space-based-network-for-global-connectivity

 https://www.space.com/space-exploration/satellites/jeff-bezos-blue-origin-plans-to-build-5-400-satellite-megaconstellation?lrh=2ac7c2c236ccd243bdb28b8cb6a0024e606b6cd7f153429307bb2f68c94bb5a3

https://www.newtimes.co.rw/article/190437/News/rwanda-files-to-acquire-over-300000-satellites

https://www.stern.de/politik/ausland/weltraumschrott–so-gefaehrlich-ist-das-muellproblem-im-all-36554868.html