Die 350. Sitzung des ESA-Rates auf Delegiertenebene fand am 21. und 22. Oktober am ESA-Hauptsitz in Paris statt. Die Mitgliedstaaten kamen zusammen, um einige Prioritäten voranzubringen. Dazu gehörten die Vorbereitungen auf die Zwischenministertagung (IMM26), die am 15. Dezember in Rom stattfinden wird, der längerfristige Weg zur CM28 sowie Entwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen ESA und Europäischer Union.
Auf dem Weg zu einer neuen europäischen Ambition in der Weltraumexploration
Im Anschluss an den Aufruf der ESA-Mitgliedstaaten beim Internationalen Weltraumgipfel in Paris, Europas Ambitionen in der Weltraumexploration zu stärken, trieb der Rat die Vorbereitungen auf IMM26 voran und erörterte den Vorschlag des Generaldirektors zu „Europas Zukunft in der Weltraumexploration“.
Der Vorschlag beschreibt einen skalierbaren Weg für Europa im niedrigen Erdorbit (LEO), auf dem Mond und in Richtung Mars. Er verbindet größere europäische Autonomie mit internationaler Zusammenarbeit durch einen realistischen und finanziell tragfähigen Ansatz. Damit schafft er einen Rahmen, in dem Europa auf seinen bestehenden Stärken aufbauen und zugleich schrittweise die Fähigkeiten entwickeln kann, die erforderlich sind, um seine Rolle in der nächsten Ära der Weltraumexploration zu sichern.
IMM26 wird ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den programmatischen und finanziellen Entscheidungen der CM28 sein und zugleich frühe vorbereitende Aktivitäten innerhalb der bestehenden Finanzrahmen ermöglichen.
Zusammenarbeit zwischen ESA und EU
Die Mitgliedstaaten prüften die jüngsten Entwicklungen in den Beziehungen zwischen ESA und EU. Dazu gehörten das erste Sherpa-Treffen der von der Europäischen Kommission initiierten Initiative „Space Team Europe“, die Vorbereitungen auf den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU (MFR 2028–2034), die Verhandlungen über den Europäischen Wettbewerbsfonds (ECF), das EU-„Weltraumgesetz“ sowie die EUSPA-Verordnung.
Die ESA verfolgt die Entwicklung dieser Beratungen aufmerksam, insbesondere deren Auswirkungen auf die Steuerung und Umsetzung künftiger europäischer Raumfahrtaktivitäten.
Die Agentur betonte die Notwendigkeit einer klaren und effizienten Aufgabenverteilung. Doppelarbeit müsse vermieden und zugleich sichergestellt werden, dass die Raumfahrtaktivitäten der EU weiterhin in vollem Umfang von der technischen und programmatischen Expertise der ESA sowie von den Fähigkeiten profitieren, die durch die langfristigen Investitionen ihrer Mitgliedstaaten aufgebaut wurden.
In einem gesonderten Austausch nahm die Europäische Kommission auf hoher Ebene an der Sitzung teil, um die Fortschritte bei gemeinsamen Projekten von ESA und EU zu überprüfen.
Interne Organisation
Abschließend genehmigte der Rat die Ernennung von zwei neuen Direktoren: Andrzej Banasiak zum Direktor für Kommerzialisierung und Industriepartnerschaften sowie Nicolaus Hanowski zum Direktor für Raumfahrtbetrieb. Beide werden ihre Aufgaben am 1. Januar 2027 übernehmen.
Quelle: www.esa.int/newsroom