Klartext Raumfahrt

Nihil fit sine causa

Eine Konstellation zur Beobachtung von Konstellationen:

Distribution of space debris around Earth

Space Safety- (SSM) und Space Traffic Management (STM)- Startup Vyoma geht in die Vollen

Erst vor vier Jahren in 2020 in München von Dr. Luisa Buinhas, Dr. Stefan Frey und Christoph Bamann gegründet, mausert sich das Startup dank stürmischem finanziellen Rückenwind der Investoren zu einem herausragenden Player auf dem kommerziellen Teil des SSM und STM Marktes. Mit ihrem Konzept überzeugten sie vor allem den European Investment Fund (EIF) und Atlantic Labs vom Wert einer erneuten 5 Millionen-Risikoeinlage, nachdem schon vor zwei Jahren 8,5 Millionen Euro von Safran Corporate Ventures zuflossen. Insgesamt kamen in der kurzen Zeit seit Gründung – auch mit weiterer Unterstützung von Faber Ventures und Happiness Capital – bereits 16 Millionen an.

Ein Wort für zwölf Satelliten

Wie unendlich wichtig es ist, nicht nur einen guten Plan zu haben, sondern vor allem in der Lage zu sein, diesen mit nur einem zugkräftigen Wort an Kunden und Investoren zu verkaufen, macht Vyoma ebenfalls klar. Denn Ziel des Unternehmens ist es, das „Google Maps des Weltraums“ mit einer eigenen Konstellation von zwölf Satelliten, die allen Space Debris ab 1 cm nach Bahn und Geschwindigkeit erfassen und in einer riesigen Datenbank abspeichern. Das ist immerhin fünfmal genauer als der bisherige amerikanische Beobachtungsstandard.

Steuergeld als Geld zum Steuern – auf Kollisionskurs

Konkurrenz auf dem Markt für Satellitensicherheit per SSM und STM gibt es allein in Europa schon genug, nimmt man die US-amerikanischen Wettbewerber hinzu, so ist der Kampf um jeden einzelnen Kunden schon Brot der härteren Sorte. Hinzu kommt, dass die EU über den EU-SST-Dienst der EUSPA zum hoffnungsvollen Nachwuchs hochspezialisierter Startups und KMU mit massiven Aufwendungen an Steuergeldern fulminant auf Kollisionskurs geht. Da gewinnt der Begriff „Steuergeld“ als Geld zum Steuern doch gleich eine andere Dimension. Denn so abstrus es auch klingen mag: Hier können sich alle kostenfrei bedienen lassen, und das gilt unabhängig von der Größe wie sogar auch von der Nationalität. Kein Wunder also, dass Konzerne Europas wie auch Raumfahrtunternehmen von jenseits der EU-Grenzen sich die Sicherheit ihrer Konstellationen vom europäischen Steuerzahler bezahlen lassen. Dies geschieht übrigens nicht aus Versehen oder heimlich: die neue „Raumfahrtstrategie der Bundesregierung“ feiert gerade die EU-SST als Leuchtturmprojekt für die Verwendung deutscher Steuergelder für die Raumfahrt.

Neue Lage ab 2025

Die ersten Einheiten des Systems will Vyoma auch dank neuer Kapitalzuflüsse schon 2025 im Raum stationieren – und damit für seine Kunden einen deutlichen Vorteil der Live-Beobachtung gegenüber allen anderen Lösungen realisieren, welche nur auf erdgebundene Teleskope und Rechnerleistung bauen.

Quellen:

https://www.vyoma.space/

https://www.deutsche-startups.de/2023/06/22/dealmonitor-vyoma-atmos/

https://rp-online.de/wirtschaft/im-all-aufraeumen-vyoma-plant-datenbank-fuer-weltraumschrott_aid-82723473