Der neu veröffentlichte Space Economy Report der Europäischen Weltraumorganisation ESA bietet einen umfassenden Überblick über die neuesten Entwicklungen, die Europas Raumfahrtsektor prägen.
Die ESA nutzt diesen Bericht, um politischen Entscheidungsträgern, der Industrie und weiteren Interessengruppen ein besseres Verständnis des Zustands und der Trends der Raumfahrtindustrie weltweit und insbesondere in Europa zu ermöglichen.
Mit Schwerpunkt auf Europa behandelt der Bericht europäische Budgets, industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Marktzugang und Nachfragebedingungen im Kontext globaler Entwicklungen des Raumfahrtsektors.
Der Bericht gibt einen Überblick über das makroökonomische Umfeld, in dem der Raumfahrtsektor tätig ist, sowie über zentrale Indikatoren, die die Branche unmittelbar beeinflussen.
Außerdem behandelt er wichtige Trends und Kennzahlen des Raumfahrtsektors im Jahr 2025, darunter öffentliche und private Investitionen in die Raumfahrt, Raumfahrtaktivitäten in Bezug auf Starts, gestartete Masse und gestartete Satelliten sowie die Umsätze der Raumfahrtindustrie im Upstream- und Downstream-Bereich. In diesem Jahr wurde zudem ein besonderer Schwerpunkt auf die Entwicklung von Verteidigungsinvestitionen gelegt, da sich die globalen Raumfahrtbudgets aufgrund steigender Verteidigungsausgaben weltweit strukturell verändert haben.
Regierungen weltweit tätigten 2025 öffentliche Investitionen in Höhe von 119 Milliarden Euro. Dies entspricht einem leichten Rückgang um 3 % gegenüber 2024, ausgelöst durch Änderungen im US-Verteidigungshaushalt und eine stagnierende NASA-Finanzierung. Gleichzeitig wuchsen die europäischen Raumfahrtbudgets um 12 % auf 13,5 Milliarden Euro – erstmals in den vergangenen fünf Jahren mit zweistelliger Wachstumsrate –, vor allem aufgrund höherer nationaler Verteidigungsausgaben unter Führung Deutschlands.
Der Upstream-Markt, der sich auf die Segmente Raumfahrzeugbau und Startdienstleistungen konzentriert, wird auf 75 Milliarden Euro bewertet; 80 % der institutionellen Nachfrage werden inzwischen vom Verteidigungsbereich dominiert. Europäische Hauptauftragnehmer konnten Marktanteile zurückgewinnen und erreichten weltweit 10 % sowie 65 % ihres zugänglichen Marktes.
Der Downstream-Markt mit einem Wert von rund 490 Milliarden Euro im Jahr 2025 ist weitgehend kommerziell geprägt. Er umfasst Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung sowie Märkte im Zusammenhang mit globalen Satellitennavigationssystemen (GNSS). GNSS-Dienste dominieren und machen 77 % des Marktes aus; 19 % der weltweiten Nachfrage nach Downstream-Produkten und -Dienstleistungen stammen aus Europa. Satellitendaten, -signale und -dienste werden zunehmend in die breitere digitale Wirtschaft integriert.
Private Investitionen in die Raumfahrt stiegen weltweit um 60 %, angetrieben durch einen Anstieg der Aktivitäten in den USA um 177 %. Im selben Zeitraum sammelten europäische Raumfahrtunternehmen private Investitionen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro ein – ein Rückgang um 8 % gegenüber 2024, aber dennoch der zweithöchste Jahreswert seit Beginn der Aufzeichnungen.
Europas Zukunft stärken
Raumfahrt ist heute Teil des Alltags. Sie unterstützt Dienste, Technologien und Sicherheitsanwendungen, auf die Menschen und Unternehmen in ganz Europa angewiesen sind. Da Europa Raumfahrt zunehmend nutzt, braucht es starke, verlässliche und unabhängige Raumfahrtsysteme, getragen von den Kompetenzen, Investitionen und industriellen Fähigkeiten, die für ihren Aufbau und Erhalt erforderlich sind. Die ESA trägt dazu bei, indem sie mit der europäischen Industrie zusammenarbeitet, Europas Fähigkeiten ausbaut und stärkt und sicherstellt, dass Raumfahrt weiterhin Nutzen für Menschen, Unternehmen und Gesellschaft schafft.
Lesen Sie den Space Economy Report der ESA
Hier klicken, um den Space Economy Report herunterzuladen (.PDF).
Der Bericht basiert auf einer ausgewählten und sorgfältig geprüften Datengrundlage aus mehreren Quellen, darunter die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Eurostat sowie weitere Anbieter von Raumfahrt- und Wirtschaftsdaten, insbesondere Eurospace, Novaspace und das European Space Policy Institute (ESPI).
Quelle: www.esa.int