In einer breit angelegten Studie kommt die ESA zum Schluss, dass mit den wachsenden ökonomischen und anderen Vorteilen und Einnahmen durch Satellitentechnik letztlich auch die Risiken zunehmen, die mit dem Ausfall eines durch Satelliten bedienten Sektors verbunden sind.
Um die wirtschaftliche Bedeutung satellitengestützter Konnektivität zu verdeutlichen, hat London Economics im Auftrag der ESA einen Bericht erstellt, der die Auswirkungen einer hypothetischen einwöchigen Satellitenkommunikations-Störung in den ESA-Mitgliedsstaaten und Kanada untersucht.
Der ESA-Bericht legt nahe, dass die Bereiche Schifffahrt und Luftfahrt die größten finanziellen Verluste während einer Satellitenstörung erleiden würden: in der Schifffahrt etwa 19 Milliarden Euro pro Woche. In der Luftfahrt könnte das Fehlen von Satellitenkonnektivität für das Flugverkehrsmanagement zur Stornierung oder Verzögerung von rund 4.000 transatlantischen Flügen führen, was etwa 1.800 Stunden kumulierte Verspätung bedeutet und einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von geschätzt bis zu 558,7 Millionen Euro pro Woche. Die Kosten des Ausfalls von Nachrichten- und Notdienstsystemen wiederum, die auf Satellitenservices basieren – etwa abgelegenen Gegenden der ESA-Mitgliedstaaten und Kanadas – wird auf bis zu 352,7 Millionen Euro beziffert.
Im Wortsinn eine weitere Katastrophe träfe die Versorgung mit Bargeld. Millionen Menschen nutzen regelmäßig Geldautomaten und die Zahlung per Karte vor Ort. Da diese Systeme in Gebieten ohne zuverlässige Bodenverbindungen auf Satelliten angewiesen sind, würde ihr Ausfall physische Transaktionen vollständig verhindern, heißt es im Bericht.
Doch mittlerweile gibt es deutliche Hinweise darauf, dass die Branche Kompensationsmechanismen einbaut, um Zusammenbrüche zu vermeiden. FCC-Kommissar Brendan Carr hat jüngst bedeutende Genehmigungen für heutige Satellitenbetreiber angekündigt, damit diese ihre Sendeleistung um das Siebenfache erhöhen können.
Die FCC-Entscheidung ist eine gute Nachricht für Betreiber und Verbraucher. Denn höhere Sendeleistungen, die zwischen den Betreibern abgestimmt werden, können nur allen zugutekommen und die Risiken eines Ausfalls im jeweiligen Sektor verringern – ein erster Schritt hin zu mehr Sicherheit. An der alten Weisheit wird er jedoch nichts ändern:
Was hoch steigt, kann umso tiefer fallen.
Quellen u.a.: https://www.esa.int/Applications/Connectivity_and_Secure_Communications/What_would_happen_without_satellite_communications