Klartext Raumfahrt

Nihil fit sine causa

Fertigmachen zur großen Fahrt

EUSPA stellt ESMAS für SOLAS-Schiffe und Boote kostenlos bereit

Pünktlich zu Ostern und damit zum Beginn der ersten Etappe der Segelsaison des Jahres – nämlich jener, die schon mal im planenden Kopf stattfindet – ergänzt die EUSPA ihr EGNOS-Angebot durch ESMAS, das „EGNOS Safety of Life Assisted Service for Maritime Users“. Damit umfasst die satellitengestützte Sicherheitsarchitektur von Positions-, Navigations- und Zeitinformationen auf See jetzt drei Ebenen: GNSS, ergänzt durch DGNSS, das „Differential Global Navigation Satellite System“ zur bodengestützten Korrektur von Fehlern und Ungenauigkeiten im GNSS-System, und jetzt eben auch noch ESMAS: es bietet eine Erweiterungslösung auch für Gebiete, in denen DGNSS-Dienste nicht verfügbar sind, nicht eingesetzt werden oder sich außerhalb der Reichweite des maritimen Nutzers befinden.

 

Da ESMAS keine zusätzliche Infrastruktur benötigt, ist es gut positioniert, um die Navigation in Meeres- und Küstengewässern, einschließlich Hafenzufahrten und -eingängen, zu unterstützen. Um den Dienst nutzen zu können, ist lediglich ein SBAS-fähiger GNSS-Empfänger erforderlich, der nach den Normen der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) entwickelt wurde.  Mit einem solchen Empfänger an Bord kann ein Schiff mit höherer Genauigkeit navigieren und Warnungen erhalten, die Fehler auf GNSS anzeigen, um unsichere Situationen zu vermeiden. Darüber hinaus stellt EGNOS eine Schnittstelle zu den NAVAREA-Koordinatoren her, um rechtzeitig Maritime Sicherheitsinformationen (MSI) – Navigationswarnungen und andere dringende sicherheitsrelevante Meldungen – bereitzustellen, die über herkömmliche Kanäle an die Schiffe und Boote gesendet werden könnten.

 

Obwohl der Dienst auf Handelsschiffe ausgerichtet ist, steht das ESMAS-Signal allen SOLAS-konformen Schiffen aus den EU-Mitgliedstaaten sowie aus Island, Norwegen und der Schweiz kostenlos zur Verfügung. Und damit ist es also nicht nur etwas für die „dicken Pötte“, sondern auch für die bis zu sechs Millionen Sportboote unter den 27 Flaggen der europäischen Länder.

 

 

Quelle:

http://www.euspa.europa.eu