Mynaric mit Laserkom dabei
Kepler ist das erste kanadische Unternehmen, das als Hauptauftragnehmer für ein Projekt der ESA ausgewählt wurde; es erhielt jüngst 18,6 Millionen Euro in seiner Rolle als Hauptauftragnehmer für das HydRON Element 3 der ESA. Die Vergabe wurde am Dienstag auf dem Space Symposium in Colorado Springs, Colorado, bekannt gegeben.
Das Projekt High thRoughput Optical Network (HydRON) wird ein Hochgeschwindigkeits-Datennetzwerk im Weltraum schaffen.
Der Vertrag baut auf Keplers früherer Arbeit am HydRON Element 1 auf, bei dem das Unternehmen unter einem Vertrag über 36 Millionen Euro die Entwicklung dieses optischen Lasernetzwerks leitete, seinerzeit unterstützt von TESAT Spacecom und Airbus Space and Defence. Im Rahmen des neuen Vertrags erweitert sich Keplers Rolle von der Architektur hin zur Demonstration und zum Betrieb im Orbit.
Zuvor war bereits der deutsche Spezialist für optische Kommunikation, Mynaric aus München von der ESA im Rahmen von Element 3 des HydRON Demonstrationssystems mit einem Demonstrationsprojekt beauftragt. Im Rahmen des HydRON User Segments wird das Projekt die Tests, Validierung und Interoperabilitätsdemonstrationen von Laserkommunikationstechnologien im entstehenden optischen Datenrelay-Netzwerk der ESA unterstützen, das als Grundlage für die zukünftige europäische Weltraumkommunikationsinfrastruktur dienen soll.
„Das HydRON Demonstrationssystem bietet eine einzigartige Gelegenheit, Laserkommunikationstechnologien in einer operativen Netzwerkumgebung zu testen und weiterzuentwickeln“, sagte Joachim Horwath, Chief Technology Officer bei Mynaric. „Durch diese Demonstrationen können wir unsere Technologie weiterentwickeln, Interoperabilitätsanforderungen adressieren und unser Produktportfolio kontinuierlich erweitern, um den wachsenden Anforderungen von Multi-Orbit- und Multi-Missions-Raumfahrtnetzwerken gerecht zu werden.“
HydRON, Teil des ESA-Programms für Optische und Quantenkommunikation – ScyLight, ist ein Projekt zur Errichtung einer hochkapazitiven, sicheren optischen Datenrelay-Infrastruktur im Weltraum. Es unterstützt die langfristigen Konnektivitätsziele Europas und bietet ESA-Mitgliedsstaaten und der Industrie eine einzigartige Test- und Validierungsumgebung im Orbit. Das Demonstrationssystem ermöglicht Experimente mit neuen optischen Terminals, Servicekonzepten und Missionsarchitekturen sowie Interoperabilität über verschiedene Orbitregime und potenzielle internationale Partnernetzwerke hinweg.
Im Rahmen von Element 3 wird Mynaric Laserkommunikationstechnologie für User-Segment-Demonstrationen bereitstellen und so die Validierung optischer Verbindungen und Integrationskonzepte unter realistischen Betriebsbedingungen unterstützen. Zu den Aktivitäten können die Bewertung neuer Terminalkonzepte, die Vorbereitung zukünftiger Hosted-Payload-Möglichkeiten und die Unterstützung aufkommender Anwendungsfälle gehören, die mit dem HydRON-Netzwerk verbunden sind.
„Die Auswahl von Mynaric für die HydRON-User-Segment-Aktivitäten spiegelt das Vertrauen der ESA in unsere technologische Expertise und unsere Fähigkeit wider, komplexe Programme der optischen Kommunikation umzusetzen“, sagte Andreas Reif, Chief Restructuring Officer von Mynaric. „Dies stellt einen wichtigen Meilenstein dar, während wir das Unternehmen weiter stärken, unsere Rolle in Europas Weltrauminfrastruktur ausbauen und Mynaric als wichtigen Akteur für nachhaltiges Wachstum in zukünftigen europäischen und globalen Raumfahrt- und Verteidigungsnetzwerken positionieren.“
„Mit HydRON streben wir ein weltweit erstes optisches Netzwerk an, das schnelle Kommunikationskapazitäten im Terabit-pro-Sekunde-Bereich ohne Störungen ermöglicht. Das Projekt wird eine skalierbare Kapazität bieten, die zuverlässige und nahtlose globale Konnektivität garantiert – selbst für die entlegensten Orte“, sagte Laurent Jaffart, Direktor für Resilienz, Navigation und Konnektivität bei der ESA. „Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage sind resiliente Kommunikationslösungen wichtiger denn je. Mit Mynaric gehen wir den nächsten Schritt, um eine Infrastruktur zu schaffen, die Interoperabilität, Zuverlässigkeit und Sicherheit für eine Vielzahl von Satellitenkommunikationsdiensten gewährleistet.“
Das Projekt unterstützt zudem die Multi-Orbit-Vision von HydRON und ermöglicht die Erforschung optischer Kommunikation über verschiedene Orbitregime hinweg, darunter niedrige Erdumlaufbahn (LEO) und mittlere Erdumlaufbahn (MEO), um zukünftige vernetzte Raumfahrtarchitekturen und -dienste zu fördern. Das HydRON-Demonstrationssystem wird zur übergeordneten ESA-Roadmap für optische Netzwerke im Weltraum beitragen und zukünftige institutionelle und kommerzielle Missionskonzepte unterstützen, die auf eine resiliente, interoperable europäische Weltraumkommunikationsinfrastruktur angewiesen sind.
Zuvor war Mynaric bereits für einen Vertrag im Rahmen von HydRON Element 2 ausgewählt worden; diese Phase sieht die Einrichtung eines Satellitenkollektors in der niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) vor, der verschiedene Orbitebenen mittels optischer Technologie verbindet. In diesem Element wird Mynaric Laserkommunikationsterminals für Raumfahrt- und Bodenanwendungen entwickeln und bereitstellen, um die Multi-Orbit-Konnektivität und die Erprobung verschiedener Datenraten zu unterstützen.
Quellen: https://betakit.com/kepler-to-lead-testing-of-european-space-agencys-high-speed-data-network/