Klartext Raumfahrt

Nihil fit sine causa

KMU-Förderung der EU im Rahmen zunehmender Anstrengungen im Verteidigungsbereich

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Mit den folgenden Ausführungen berichteten jüngst EU-Kommission und der Hohe Repräsentant für Außenbeziehungen und Sicherheit an das EU-Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen. KTR greift diese Information auf, weil der dort prominent plazierte KMU-Förderungsplan prinzipiell alle KMU Europas betrifft, die hier Beiträge leisten können – und damit auch Raumfahrt-KMU, deren Technikbeiträge relevant sein können.

Am 14. und 15. Dezember 2023 hat der Europäische Rat im Einklang mit der Erklärung von Versailles und dem Strategischen Kompass für Sicherheit und Verteidigung betont, dass mehr getan werden muss, um die Ziele der Union zur Erhöhung der Verteidigungsbereitschaft zu erreichen. Der Europäische Rat betonte auch die Notwendigkeit, die europäische verteidigungstechnologische und -industrielle Basis (EDTIB), einschließlich der KMU, zu stärken und sie innovativ, wettbewerbsfähig und widerstandsfähig zu machen. Eine stärkere und fähigere EU in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung wird einen positiven Beitrag zur globalen und transatlantischen Sicherheit leisten und ergänzt die Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO), die nach wie vor das Fundament der kollektiven Verteidigung ihrer Mitglieder bildet.

Bereits im Mittelpunkt der Bemühungen der EU zur Unterstützung der industriellen Verteidigung: KMU

Als agile Akteure spielen KMU eine immer wichtigere Rolle als Anbieter von bahnbrechenden Technologien und Innovationen in der Verteidigungsindustrie. Die Kommission hat daher Maßnahmen ergriffen, um einen aktiveren Beitrag der KMU zur F&E im Verteidigungsbereich in der EU zu unterstützen, insbesondere durch spezielle Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des EEF, die sich an KMU richten, während ihre Teilnahme an allen anderen Projekten gefördert wird. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unter Beteiligung von KMU ist eines der Vergabekriterien des EEF-Programms, und je nach Umfang der Beteiligung von KMU an Entwicklungsmaßnahmen werden finanzielle Boni gewährt.

Im Rahmen der EEF-Aufrufe 2021 und 2022 wurden 511 KMU mit 354 Mio. EUR gefördert, was 40 % der Teilnehmer bzw. 20 % der Mittel entspricht. Bei den Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für den EEF 2023 betrug die Beteiligung von KMU rund 50 % der Gesamtzahl der Einrichtungen, die 30 % der insgesamt beantragten Finanzhilfen beantragten. Für den Zeitraum 2023-2027 wird geschätzt, dass der EEF KMU mit bis zu 840 Mio. EUR fördern wird.

Im Jahr 2022 stellte der EEF 224 Mio. EUR für Innovation im Verteidigungsbereich und die Unterstützung von KMU im Rahmen von EUDIS bereit, einschließlich spezifischer Maßnahmen wie technologische Herausforderungen.

Die EUDIS-Maßnahmen werden weiterentwickelt und umgesetzt, um KMU während ihres gesamten Wachstumszyklus zu unterstützen. Ein wichtiger Meilenstein wurde im Januar 2024 mit der Einrichtung einer Eigenkapitalfazilität für den Verteidigungsbereich erreicht, die zusammen mit dem Europäischen Investitionsfonds, der zur EIB-Gruppe gehört, bis zu 500 Mio. EUR in vielversprechende KMU im Verteidigungsbereich investieren soll, um ihr Wachstum positiv zu begleiten. Im Jahr 2024 soll ein Accelerator für den Verteidigungssektor ins Leben gerufen werden, und es werden Matchmaking-Aktivitäten mit Investoren organisiert werden.

Quelle:

JOINT COMMUNICATION TO THE EUROPEAN PARLIAMENT, THE COUNCIL, THE EUROPEAN ECONOMIC AND SOCIAL COMMITTEE AND THE COMMITTEE OF THE REGIONS

A new European Defence Industrial Strategy: Achieving EU readiness through a responsive and resilient European Defence Industry

So veröffentlicht in der EU unter:

https://www.europarl.europa.eu/RegData/docs_autres_institutions/commission_europeenne/join/2024/0010/COM_JOIN(2024)0010_EN.pdf