Laser-Mesh-Netzwerk wird primäre Basis und kritische Infrastruktur der US-amerikanischen Kriegsführung auf LEO

© DLR (CC BY-NC-ND 3.0)

Für die U.S. Space Force und die SDA wird Laserkommunikation derzeit zum primären Datenübertragungsnetzwerk der PWSA (Proliferated Warfighter Space Architecture, der Name der amerikanischen Multilayer-Konstellation des Militärs auf LEO, Anm. d.Red.) um. Mit der Einführung strenger Interoperabilitätsstandards für optische  Kommunikationsterminals (OCT) entsteht ein widerstandsfähiges „Mesh-Netzwerk“ im erdnahen Orbit (LEO), das flexibel über verschiedene Anbieter und Plattformen hinweg skalierbar ist.

Im Gegensatz zur klassischen RF-Kom, die anfällig für Störungen und Bandbreitenbegrenzungen ist, bieten optische Inter-Satelliten-Links (OISL) hohe Bandbreiten, Datenraten im Multi-Gigabit-Bereich, und geringe Entdeckungswahrscheinlichkeit. Laut SDA-Vorschrift müssen alle Satelliten der PWSA dem OCT-Standard entsprechen, sodass Hardware verschiedenster Hersteller – von Northrop Grumman bis Lockheed Martin – nahtlos im Orbit kommunizieren kann. Ziel: ein großflächiges Netzwerk aus hunderten kleinen Einheiten ohne Risko der Abhängigkeit von einem bestimmten Zulieferer.

Die Transportebene der PWSA fungiert als „verbindendes Gewebe“ der gesamten Architektur: Mithilfe von Laserlinks lassen sich riesige Datenmengen in Sekundenschnelle um den Globus übertragen, ebenso von Raum zu Luft und Boden und damit direkt an die Front. Die Mesh-Netzwerk-Architektur leitet Daten automatisch um, falls ein Satellit ausfällt oder zerstört wird.

Während die SDA weiterhin Tranche-1- und Tranche-2-Satelliten startet, wird erwartet, dass die PWSA bis 2027 globale Präsenz erreicht. Diese Entwicklung spiegelt einen allgemeinen Trend im Verteidigungssektor wider: Der Weltraum wird nicht länger als Schutzraum betrachtet, sondern als aktives Gefechtsfeld, in dem schnelle, störungssichere Datenübertragung den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bietet. Künftige Ausbaustufen der Architektur dürften noch fortschrittlichere, quantenresistente Verschlüsselung und automatisierte Gefechtsmanagementsysteme direkt in das laserverbundene Mesh integrieren.

Quelle: 

https://news.satnews.com/2026/01/20/sda-operationalizes-laser-mesh-network-as-foundation-for-proliferated-leo-warfare/?mohide=true&mc_cid=3844534137&mc_eid=ad27083a4a