MYNARIC: Der Phönix aus der Asche ist wieder im Rennen

Logo_Mynaric
© Mynaric

Die Mynaric AG gab jüngst den erfolgreichen Abschluss ihrer finanziellen Restrukturierung gemäß dem deutschen Gesetz zur Stabilisierung und Restrukturierung von Unternehmen (StaRUG) bekannt. Mit diesem Meilenstein hat sich Mynaric durch seinen neuen Hauptaktionär, die JVF-Holding GmbH, den Zugang zu langfristigen Finanzmitteln und eine gestärkte finanzielle Basis gesichert.

Der vom Gericht genehmigte Restrukturierungsplan reduziert die Schuldenlast des Unternehmens erheblich und verschafft Mynaric die finanzielle Flexibilität, seine Produktionsstrategie umzusetzen, um die steigende Nachfrage nach sicheren Hochgeschwindigkeits-Laserkommunikationslösungen in den Luftfahrt- und Verteidigungsmärkten zu bedienen.

„Dies ist ein entscheidender Moment für Mynaric“, sagte Andreas Reif, Chief Restructuring Officer von Mynaric. „Mit dem StaRUG-Verfahren hinter uns und der starken finanziellen Unterstützung durch unseren Hauptaktionär und Kreditgeber sind wir gut positioniert, um unsere Geschäftstätigkeit auszuweiten und unseren Kunden weiterhin innovative und missionskritische Technologien anzubieten.“

Während des gesamten Prozesses hat Mynaric seinen Betrieb ohne Unterbrechungen aufrechterhalten, seine Kernkompetenzen gesichert und sich weiterhin voll und ganz für seine Kunden und Partner engagiert.

„Dieser Meilenstein stellt sicher, dass wir weiterhin in dem Tempo innovativ sein können, das unsere Kunden und Partner erwarten“, sagte Joachim Horwath, Chief Technology Officer von Mynaric. „Mit einer stabilen Grundlage und der starken Unterstützung unseres Hauptaktionärs und Kreditgebers sowie unserer Lieferanten verdoppeln wir unsere Anstrengungen, um unser Produktportfolio weiterzuentwickeln, die Produktion zu skalieren und modernste Laserkommunikationstechnologie zu liefern, die die nächste Generation sicherer Hochgeschwindigkeitsverbindungen definiert.“

Kaum ist diese Meldung über alle Kabel gelaufen, beginnen auch schon die Spekulationen darüber, in welche Richtung sich nun Rocket Lab bewegt. Das Unternehmen hatte ja in aller Offenheit einen Kaufpreis von 75 Millionen Euro für Mynaric dargelegt mit dem Ziel, das Unternehmen über seinen deutschen Standort zum Einfallstor für neues europäisches Geschäft für Rocket Lab zu machen. Denn ebenso offen hatte es die Strategie dargelegt, sich vom reinen Startdienstleister zum globalen Amazon der Raumfahrt weiter zu entwickeln. Als entscheidend für den Fortgang der Dinge sieht etwa der ansonsten stets gut informierte Forrester´s Digest die Frage, ob die Europäer dieses offensichtliche Trojanische Pferd akzeptieren und die Tore des Kontinents zu den vermuteten Lasertech-Pfründen von IRIS2 für Rocket Lab öffnen werden. Allerdings bleibt eine solche Perspektive ohne Berücksichtigung gleich drei wesentlicher Variablen eher eine Art freischwebende Spekulation:

Erstens ist noch lange nicht gesagt, dass Mynaric sowohl qualitativ als auch vom Preis her nur für Rocket Lab ein verlockendes Schnäppchen darstellt, mit dem man bei entsprechendem eigenen Produktportfolio wohl kaum etwas falsch machen kann, zweitens ist an keiner Stelle bisher verlautet, dass die Airbus-Tochter TESAT etwa nicht auch um Lasertech-Aufträge ins IRIS2-Rennen gehen könnte, und drittens ist schließlich erst recht nicht gesagt, dass IRIS2 überhaupt noch mal hochkommt. Das aber dürfte für Mynaric als moderne Version von Phönix aus der Asche außer Frage stehen, denn seine Produkte werden wirklich gebraucht – überall im All.

Quellen:

https://mynaric.com/news/mynaric-completes-starug-process-and-secures-access-to-long-term-funding/

https://news.satnews.com/2025/08/20/forresters-digest-mynaric-exits-chapter-11/?mohide=true&mc_cid=4d7abd753e&mc_eid=ad27083a4a