Andøya, 5. September 2026 – Isar Aerospace hat es als erstes kommerzielles Raumfahrtunternehmen aus Europa geschafft, Satelliten in eine Umlaufbahn zu bringen – und das bereits mit dem zweiten Flug. Die Mission „Onward and Upward“ startete in der Nacht auf Sonntag, den 6.9.2026 um 22:12 Uhr MESZ vom eigenen Startkomplex des Unternehmens bei Andøya Space in Norwegen und setzte seine Nutzlasten im Orbit aus. „Heute hat Isar Aerospace den Zugang zum Weltraum von Kontinentaleuropa aus eröffnet. Starts sind weiterhin der größte Engpass für die globale Raumfahrtindustrie, und ab heute gibt es eine echte Alternative für kommerzielle und institutionelle Kunden“, sagte Daniel Metzler, CEO und Mitgründer von Isar Aerospace, und machte klar, was das für die Geschichte der europäischen Raumfahrt bedeutet: „Wir haben innerhalb weniger Jahre erreicht, wofür die europäische Raumfahrtindustrie zuvor Jahrzehnte gebraucht hatte. Europa verfügt nun über einen souveränen Zugang zum Weltraum. Wir haben ein neues Kapitel der europäischen Raumfahrt aufgeschlagen. Ich bin unglaublich stolz auf unser Team, das diese europäische Erfolgsgeschichte möglich gemacht hat. Wir werden uns nun darauf konzentrieren, die Produktion der Trägerraketen rasch zu skalieren, unsere Auftragspipeline zu erfüllen und die stark steigende weltweite Nachfrage zu bedienen.“
Der Qualifikationsflug von Isar Aerospace setzte Meilensteine in der europäischen kommerziellen Raumfahrt: Die Rakete absolvierte erfolgreich den Punkt maximaler aerodynamischer Belastung, meisterte die Stufentrennung und die anschließende Zündung der zweiten Stufe. Sie überschritt die Kármán-Linie in einer Höhe von 100 Kilometern und warf die Nutzlastverkleidung ab, bevor sie Orbitalgeschwindigkeit erreichte. Nach Abschluss des Zirkularisierungsmanövers zum Übergang von der elliptischen zur Kreisbahn wurden die Nutzlasten erfolgreich ausgesetzt.
Diese Nutzlasten der Mission waren im Rahmen des Mikrolauncher-Wettbewerbs der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR ausgewählt worden, der Bildungseinrichtungen und Start-ups einen kostengünstigen Zugang zum Weltraum ermöglicht. Der Mikrolauncher-Wettbewerb wird über ESA Boost! finanziert.
Die heutige Mission „Onward and Upward“ bewies nicht nur die Fähigkeit von Isar Aerospace zu orbitalen Starts. Parallel dazu hat das Unternehmen sein globales Netzwerk verfügbarer Startplätze ausgebaut und steht kurz vor der Fertigstellung der größten integrierten Produktionsstätte Europas für Trägerraketen. Zusätzlich zum aktuellen Startplatz in Andøya, Norwegen, errichtet Isar Aerospace einen Startkomplex in Nova Scotia, Kanada, der mittlere bis hohe Inklinationsbahnen abdeckt, die für Erdbeobachtung und Kommunikation entscheidend sind.
Das Modell von Isar Aerospace ist darauf ausgelegt, skalierbare Startkapazitäten aufzubauen. Deshalb entwickelt und baut das Unternehmen nicht nur eine Trägerrakete, sondern hat auch die „Maschine hinter der Maschine“ geschaffen, einschließlich eines vertikal integrierten Fertigungsmodells und eines hohen Automatisierungsgrads in der Produktion. Die „Spectrum“-Trägerraketen 3 bis 7 befinden sich bereits in Produktion. Mit der Eröffnung der neuen 40.000 m² großen Produktionsstätte wird Isar Aerospace künftig über die Kapazität verfügen, bis zu 40 Trägerraketen pro Jahr herzustellen.