Mit „New Space“-Ansatz Bau von 20 Satelliten für „EUMETSAT Polar System-Sterna“ gesichert – bisher größter Satelliten-Auftrag für schwedischen Raumfahrtsektor
Bremen/Kista, 18. März 2026. Schnell, präzise, kosteneffizient: OHB Schweden, ein Tochterunternehmen des Raumfahrtkonzerns OHB, hat einen Großauftrag im Wert von EUR 248 Mio. für die Entwicklung und den Bau von 20 Kleinsatelliten gewonnen. Sie bilden die neue europäische Satellitenkonstellation namens „EUMETSAT Polar System-Sterna“, kurz EPS-Sterna. Grundlage ist der Arctic Weather Satellite (AWS), den OHB Schweden bereits vor über einem Jahr erfolgreich als Demonstrator in den Orbit gebracht hat. Die Tochtergesellschaft der OHB SE hatte den Kleinsatelliten im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Rekordzeit mit einem bewusst gewählten New‑Space‑Ansatz entwickelt. Zwischen Auftragsvergabe und Start lagen nur drei Jahre. Erstmals wird die schwedische Raumfahrtfirma jetzt eine große Konstellation bauen.
„OHB Schweden hat in außergewöhnlich kurzer Zeit einen leistungsfähigen Satelliten entwickelt und gezeigt, was mit klaren Zielen möglich ist. Wir können New Space – das hat der Arctic Weather Satellite, der nun die Grundlage einer großen Konstellation ist, eindrucksvoll bewiesen“, sagte OHB‑Vorstandsvorsitzender Marco Fuchs anlässlich der Auftragsvergabe. „Wir sind stolz auf unser Team in Schweden und dankbar für das Vertrauen unserer Partner, die uns zutrauen, eine große Satellitenkonstellation aufzubauen. Ich freue mich, dass wir mit EPS-Sterna Europas Spitzenlevel in der Erdbeobachtung stärken und dass Schweden den bisher größten Satelliten-Auftrag seiner Raumfahrtgeschichte erhält.“
Warum EPS-Sterna entscheidend ist
Die Polarregionen spielen eine zentrale Rolle im globalen Klimageschehen, sind jedoch bis heute in Bezug auf Wetterdaten unterversorgt, da geostationäre Wettersatelliten die hohen Breitengrade nicht erfassen können. Der AWS‑Demonstrator hat gezeigt, wie ein Kleinsatellit mit einem Mikrowellenradar präzise Temperatur‑ und Feuchtigkeitsprofile der Atmosphäre liefert – selbst durch dichte Wolken und extreme, polare Wetterlagen hindurch.
Um den Wetterdiensten eine verlässliche Daten-Kontinuität zu bieten, wird EPS-Sterna aus drei Generationen von jeweils sechs Kleinsatelliten bestehen. Die ESA entwickelt das Programm im Auftrag von EUMETSAT. Ziel ist ein kontinuierlicher Datenstrom aus der Arktis. Diese Messdaten sind essenziell für schnellere und präzisere Wetterprognosen und werden zudem gebraucht, um die globalen Klimamodelle zu verbessern.
Bisher größter Satelliten-Auftrag für Schwedens Raumfahrtindustrie
„Dieser Auftrag stellt einen außergewöhnlichen Meilenstein für OHB Schweden und für die gesamte schwedische Raumfahrtgemeinschaft dar. Wir haben den Vorläufersatelliten dieser Konstellation, den Arctic Weather Satellite, gebaut und die Funktionsfähigkeit des Satelliten sowie die Qualität der von ihm empfangenen Daten unter Beweis gestellt, um die europäische Wettervorhersage zu verbessern. Der EPS-Sterna-Vertrag zeigt, dass wir und unsere Partner bereit sind, eine führende Rolle zu übernehmen, um die kritische Weltrauminfrastruktur für Europa zu stärken“, sagten Fredrik Sjöberg, der Geschäftsführer von OHB Schweden.
Europäische Teamarbeit mit einem starken Industriekonsortium
OHB Sweden ist Hauptauftragnehmer für die Lieferung der Satelliten der EPS‑Sterna‑Konstellation. Zum Konsortium gehört auch Omnisys in Schweden als Lieferant der Mikrowelleninstrumente, die die wichtigste meteorologische Nutzlast darstellen. Insgesamt werden im Rahmen des Vertrags 20 Satelliten geliefert. Das industrielle Team umfasst rund 30 Unternehmen. Auch Deutschland ist stark durch KMU vertreten, die wichtige Hardware für das Instrument und die Satellitenplattform beisteuern werden. Die Satelliten werden von EUMETSAT über die ESA beschafft. EUMETSAT selbst wird das Bodensegment entwickeln, die Startdienste beschaffen und bereitstellen, die Satelliten betreiben, die Konstellation verwalten und die Daten über seine Datenverteilungsmechanismen verbreiten. Die geplante Betriebsdauer liegt bei 13 Jahren.
Quelle: Information OHB an KTR