Dss US-Unternehmen Orbital hat mit Reflex Aerospace (Berlin, München) einen der innovationsführenden deutschen Startup-Satellitenhersteller als Partner für seine Satellitenplattform ausgewählt und eine Entwicklungsvereinbarung für die geplante orbitale Rechenzentrumskonstellation unterzeichnet. Orbital entwickelt solarbetriebene Rechenzentren für den Einsatz im Weltraum. Das Unternehmen setzt KI-Rechenhardware auf Satelliten und nutzt die Umgebungsbedingungen des Weltraums zur Kühlung. So ermöglicht Orbital großskalige, energieeffiziente Rechenleistung ohne die Flächen-, Strom- und Wasserbeschränkungen terrestrischer Rechenzentren. Orbital wurde von Euwyn Poon gegründet, hat seinen Hauptsitz in Los Angeles und wird von a16z speedrun sowie weiteren führenden Technologieinvestoren unterstützt.
Die Vereinbarung beschert Reflex Aerospace das erste US-Kundenprojekt und legt den Grundstein für eine strategische Zusammenarbeit beim Aufbau der nächsten Generation von Recheninfrastruktur im Orbit.
Reflex Aerospace wird die Entwicklung der Satellitenbus-Plattform für Orbital-1 sowie die spätere Konstellation verantworten und diese Plattform exklusiv für Orbitals Rechenanwendungen im Weltraum bereitstellen. Das Unternehmen bringt dafür seine Erfahrung mit missionsspezifischen, leistungsstarken und flexibel anpassbaren Satellitenplattformen ein.
Orbital-1 adressiert zentrale technische Herausforderungen des „orbital computing“: Hunderte Kilowatt Abwärme müssen kontinuierlich und passiv in den Weltraum abgeführt werden, Strom muss über Solaranlagen erzeugt und verteilt werden, die heutige kommerzielle Satelliten deutlich übertreffen, und das Raumfahrzeug muss von Beginn an für die Serienfertigung ausgelegt sein.
Die Ingenieurteams von Orbital in Los Angeles sowie von Reflex Aerospace in Berlin und München arbeiten transatlantisch als integriertes Programmteam zusammen. Reflex Aerospace übernimmt dabei die Rolle des Systemintegrators für das Raumfahrtsystem und leitet die Entwicklung der Satellitenbus-Plattform.
„Reflex ist genau der Partner, den wir brauchen, um Rechenzentren im Orbit zu realisieren. Orbitale Rechenzentren erfordern komplexe Avionik, die präzise Steuerung sehr großer Strukturen und jahrelange Zuverlässigkeit im Orbit. Die bewährte Satellitenbus-Plattform von Reflex gibt uns eine solide Grundlage, auf der wir schnell aufbauen können“, sagte Euwyn Poon, Gründer und CEO von Orbital. „Unser Ansatz ist es, Tempo aufzunehmen, indem wir auf jeder Ebene mit den weltweit besten Partnern zusammenarbeiten – von Raumfahrzeugplattformen über Fertigung bis hin zum Start. Reflex ist als erfahrener europäischer Plattformanbieter ein zentraler Bestandteil dieses Modells, und wir sind stolz darauf, ihr erster US-Kunde zu sein.“
Orbital hatte kürzlich Pläne für eine Konstellation von bis zu 100.000 Satelliten vorgestellt, die großskalige Rechenkapazität im Orbit bereitstellen soll. Das Konzept nutzt die besonderen Bedingungen der Weltraumumgebung, um energieeffiziente KI- und Hochleistungsrechenanwendungen zu ermöglichen und zugleich die Abhängigkeit von terrestrischer Infrastruktur zu verringern.
„Orbital verfolgt eine ambitionierte Vision, die Raumfahrzeuge verlangt, die gezielt für diese anspruchsvolle Mission entwickelt werden“, sagte Walter Ballheimer, CEO und Gründer von Reflex Aerospace. „Wir freuen uns, unsere Expertise in leistungsstarken, flexibel anpassbaren Satellitenplattformen in dieses Programm einzubringen und damit die nächste Generation der Weltrauminfrastruktur zu unterstützen.“
Mit einer geplanten Spitzenleistung von nahezu 250 Kilowatt geht Orbital-1 deutlich über traditionelle Satellitenarchitekturen hinaus und unterstreicht die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung im Weltraum.
Die Partnerschaft folgt Orbitals Strategie, schnell zu skalieren und dafür auf jeder Ebene des Technologie-Stacks mit führenden Spezialisten zusammenzuarbeiten – von der Raumfahrzeugplattform über die Fertigung bis zum Start. Die Einbindung von Reflex Aerospace als etabliertem europäischen Plattformanbieter in ein amerikanisches Konstellationsprogramm ist ein zentraler Baustein dieses Ansatzes und stärkt zugleich die transatlantische Raumfahrtwirtschaft.