Rivada zieht es himmelwärts: die erste Tranche der deutsch-europäischen Outernet-Konstellation fliegt 2026

copyright: RIVADA Space

2027 vollständig operativ

Rivada Space Networks nutzte jetzt die ganz große Bühne – die  Washingtoner Satellite 2025 – für die Bekanntgabe der neuesten Entwicklung im Projekt Outernet, jener Konstellation mit deutsch-europäischen Wurzeln, die eine absolut sichere Kommunikationsinfrastruktur im All schon 2026/2027 gewährleisten soll. Dafür sollen nunmehr 2026 als „Demosatelliten“ apostrophierte Vorreiter der Konstellation im Raum positioniert werden, auf die dann bis Ende 2027 der komplette Rollout folgt und das Outernet vollständige Services leisten kann. Diese Ankündigung nahm Rivada-Chief Declan Ganley persönlich vor; sekundiert wurde ihm von Kommunikationschef Brian Carney. Die Sats für 2026 sollen sich bei Terran Orbital schon in der Produktion befinden.

Rivada verfügt über Lizenzen für die Ausrüstung einer Flotte hochsicherer, optisch verbundener Satelliten, die das Ka-, Q- und V-Band-Spektrum nutzen und deutsche und möglicherweise liechtensteinische Genehmigungen in Anspruch nehmen. Letzteres befindet sich noch in juristischer Klärung; allerdings betonte eine Sprecherin von  Rivada Space gegenüber KTR, dass im Fall der Fälle allein schon die deutschen Frequenzen ausreichen werden. (KTR berichtet von Anfang an ausführlich zum Projekt, für die Historie bemühen Sie bitte die Suchfunktion der Seite mit Stichwort „Rivada“).

Rivada ist verpflichtet, jeweils im Juni 2026 eine Tranche und später, im September des folgenden Jahres, die zweite am Himmel zu haben.  Das System besitzt hohe Attraktivität auch für militärische und staatliche Nutzer in Europa dank klarer Vorteile:  Es ist äußerst robust gegenüber Störungen durch unfreundliche Nationen, und darüber hinaus ist es privat finanziert, kostet den Steuerzahler nichts und in Summe nach derzeitigen Hochrechnungen Brüssels etwa ein Fünftel der Erst-Installationskosten der EU-Konstellation IRIS2, welche bisher immer später und teurer würde statt auch nur in Teilen fertig und möglicherweise so auch den nächsten Krieg noch verpassen könnte.

Allerdings: Wie mittlerweile schon fast überall üblich, ist auch beim Outernet-Projekt die kleinste Recheneinheit eine Milliarde. Insgesamt auf 2,4 Milliarden Dollar bringen es die 288 Satelliten, hinzu kommen die Kosten für die Falcon9-Starts. Den Kollegen von Advanced Television machte Brian Carney deutlich: „Als privates Unternehmen äußern wir uns normalerweise nicht zu unserer Finanzierung oder unseren Investoren. Wie Sie wissen, ist die Finanzierung einer neuen Nicht-GSO-Raumfahrtinfrastruktur im Allgemeinen komplex und ehrgeizig, und wir hatten gegen Ende des letzten Jahres ein Problem mit dem Weg. Die Situation mit den verzögerten Zahlungen an die Zulieferer ist nun geklärt. Unsere Finanzierungssituation ist solide, und wir erwarten, dass wir in diesem Jahr bedeutende Finanzierungsankündigungen machen werden…. Wir haben zur Zeit nichts Neues über unsere Vertragspartner zu berichten. Wir haben Meilensteinzahlungen an Terran Orbital geleistet und die Zusammenarbeit mit Lockheed Martin ist sehr konstruktiv. … Auf der kommerziellen Seite sehen wir eine enorme Marktnachfrage und sind zuversichtlich, unsere Verpflichtungen zu erfüllen, die sich mittlerweile auf über 15 Milliarden Dollar in Form von Absichtserklärungen und großen Konnektivitätsverträgen belaufen. Wir arbeiten mit Liechtenstein und anderen relevanten Regulierungsbehörden wie Deutschland zusammen, um sicherzustellen, dass wir die erforderlichen Genehmigungen erhalten, wenn wir zum Start bereit sind.“ Eine dieser Absichtserklärungen, die als „virtual network operator contract“ bezeichnet wird, ist sogar mit der US-Marine geschlossen.

 

 

Quellen:

https://news.satnews.com/2025/03/11/forresters-digest-rivada-plans-2026-demo-launches/?mohide=true&mc_cid=3cf528f247&mc_eid=ad27083a4a

https://www.advanced-television.com/2025/03/11/rivada-plans-2026-demo-launches/