Moderne Technik bestimmt über komplexe Bereiche wie Energiesysteme, Telekommunikation, Navigation und Satellitenbetrieb das gesellschaftliche Leben. Ihre Sicherheit ist jedoch fragil und latent gefährdet durch permanent ausgesandte Teilchenströme und Magnetfelder der Sonne. Gegen diese Naturgewalten selbst kann der Mensch nichts tun, für ihre Abwehr aber schon: mit einem Schutzengel im All, der zeitig genug warnt und auch Langfristprognosen ermöglicht. Genau das ist VIGIL – die ikonische Mission der ESA zur Etablierung eines weltweit wirksamen Frühwarnsystems auf einer stabilen Beobachtungsposition im Weltraum am Lagrangepunkt L5, positioniert etwa sechzig Grad hinter der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. Aus dieser seitlichen Perspektive kann VIGIL die Ausbreitung von koronalen Massenauswürfen – CMEs – entlang der Sonnen–Erde-Linie deutlich besser beurteilen: Geschwindigkeit, Richtung und wahrscheinliche Treffergeometrie werden klarer sichtbar. Zusätzlich lassen sich aktive Regionen auf der Sonne früher erkennen, bevor sie von der Erde aus gesehen direkt auf die „geoeffektive“ Seite rotieren. Beides ist entscheidend, um Warnungen nicht nur früher, sondern vor allem treffsicherer zu machen. Praktisch bedeutet das: Betreiber kritischer Systeme erhalten eine belastbarere Entscheidungsgrundlage – mit mehr Zeit, um Schutzmaßnahmen einleiten zu können und mit genaueren Daten, um unnötige Eingriffe bei Fehlalarmen zu reduzieren.
Die Missions- und Beobachtungstechnik des neuen Schutzengels der Erde ist made in Europe, seine Fähigkeit, die Beobachtungen auch über die Distanz von 1,5 Millionen Kilometer hinweg der Bodenstation auf der Erde zuverlässig mitzuteilen, stammt aus Bayern vom mittelständischen Münchner Antennenspezialisten HPS. Das Besondere an der Antenne von HPS: 2m großer Reflektordurchmesser, sehr leicht und formstabil durch eine spezielle Carbon-Technologie für eine zuverlässige Datenübertragung im X-Band, eingeklappt sicher festgehalten zum Start, damit der Satellit samt Antenne auch in die Rakete passt.
Für die umfangreiche Aufgabe, dieses missionsentscheidende Stück HighTech zu entwickeln und maßgeschneidert zu fertigen, setzt der Terminplan enge Meilensteine bis zur Ablieferung Anfang 2029. Der Auftrag hat ein 7-stelliges Finanzvolumen und wird von einem eigens zusammengestellten Team aus knapp 10 Ingenieuren und Technikern der Münchner HPS-Zentrale, sowie mit dessen Unterauftragnehmern INVENT GmbH (Braunschweig) und HPS-Rumänien (Bukarest) realisiert.
Der Ende Mai 2026 von HPS unterschriebene Antennenvertrag mit dem Kunden und Satellitenprime Airbus-UK markiert einen nächsten Meilenstein auf dem Wachstumspfad von HPS, gepflastert durch einerseits hoch performante ClassicSpace Produkte wie der VIGIL-Antenne und andererseits mit serien-orientierten Produkten wie Breitband-Kleinantennen oder Deorbit-Segelmodulen. Zudem zeigt der Vertrag einen besonderen programmatischen ESA-Erfolg: „Gerade mal 6 Monate nach der ESA-Ministerratskonferenz 2025 können wir den deutschen Entscheidungsträgern in Bayern und Berlin mit unserem VIGIL-Antennenvertrag eine Erfolgsstory liefern und zeigen, dass deutsche KMU-Technologie maßgeblich zu global sicherheitsrelevanten Missionen beitragen kann. Großen Dank natürlich an ESA und Airbus für ihr Vertrauen in unsere Kompetenzen, insbesondere auch an BMFTR-Ministerin Dorothee Bär, an DLR-Direktor Walther Pelzer, und an das bayerische Wirtschaftsministerium um Minister Hubert Aiwanger und Staatssekretär Tobias Gotthardt für ihren Einsatz, das MK25-Budget zusammenzubekommen, inklusive VIGIL-Zuzahlung auch aus dem Verteidigungsministerium BMVg,“ freut sich HPS-CEO Dr.-Ing. Ernst K. Pfeiffer.
Quelle: https://www.hps-gmbh.com/category/2026/