Klartext Raumfahrt

Nihil fit sine causa

Schwarzes Loch in „Reichweite“

Auch Distanz ist relativ

ESO informiert: Astronomen haben das massivste stellare Schwarze Loch identifiziert, das bisher in der Milchstraßengalaxie entdeckt wurde. Dieses schwarze Loch wurde in den Daten der Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation entdeckt, weil es den Begleitstern, der es umkreist, in eine seltsame „Taumelbewegung“ versetzt. Daten des Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) und anderer bodengestützter Observatorien wurden verwendet, um die Masse des Schwarzen Lochs zu bestätigen, die beeindruckende 33fach so groß ist wie die der Sonne.

isher in der Milchstraße entdeckten sind im Durchschnitt etwa 10-mal so massiv wie die Sonne. Selbst das nächstmassereiche stellare Schwarze Loch in unserer Galaxie, Cygnus X-1, erreicht nur 21 Sonnenmassen, was diese neue Beobachtung mit 33 Sonnenmassen außergewöhnlich macht.

Bemerkenswerterweise ist dieses Schwarze Loch auch extrem nah an uns dran – mit nur 2000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Aquila ist es das zweitnächste bekannte Schwarze Loch in Erdnähe. Es wurde als Gaia BH3 oder kurz BH3 bezeichnet und entdeckt, als das Team die Gaia-Beobachtungen zur Vorbereitung einer bevorstehenden Datenveröffentlichung durchging. „Niemand hatte erwartet, ein massereiches Schwarzes Loch in der Nähe zu finden, das bisher unentdeckt geblieben war“, sagt Pasquale Panuzzo, Astronom am Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRS) des Observatoire de Paris – PSL, Frankreich, Mitglied der Gaia-Kollaboration. „Das ist die Art von Entdeckung, die man einmal in seinem Forscherleben macht.“

Info/Kontakt:

https://www.eso.org/public/news/eso2408/

Pasquale Panuzzo
Observatoire de Paris – PSL/CNRS
Paris, France
Tel: +33 1 45 07 78 42
Email: pasquale.panuzzo@observatoiredeparis.psl.eu