System zur Revolutionierung des Weltraumverkehrsmanagements vorgestellt
Der zunehmenden Herausforderung der wachsenden Überlastung des LEO begegnet SpaceX/Starlink jetzt mit „Stargaze“ – einem geradezu disruptiv-neuartigen System zur Weltraumlageerfassung (Space Situational Awareness, SSA) zugunsten deutlicher Verbesserung der Sicherheit im erdnahen Orbit. Dabei schlägt Starlink gleich drei Fliegen mit einer Klappe.
Stargaze – Erster Streich:
Das neue System von Starlink/SpaceX dreht die bisher immer latent als negativ besetzte Tatsache der enormen Anzahl von Satelliten in einen uneinholbaren Vorteil, indem es die bestehende Hardware der Starlink-Konstellation nutzt, um Tausende von Objekten nahezu in Echtzeit zu verfolgen und damit eine bedeutende Weiterentwicklung gegenüber herkömmlichen bodengestützten Radarsystemen darstellt.
Stargaze – Zweiter Streich:
Traditionelle SSA-Systeme verlassen sich größtenteils auf bodengestützte Sensoren, die Satelliten nur wenige Male pro Tag beobachten und so häufig zu großen Unsicherheiten in den Umlaufbahnvorhersagen führen. Im Gegensatz dazu setzt Stargaze auf nahezu 30.000 Sternensensoren, die über die gesamte Starlink-Flotte verteilt sind. Diese ursprünglich zur Ausrichtung der Satelliten entwickelten Sensoren übernehmen nun kontinuierliche Beobachtungen von nahegelegenen Objekten und erfassen dabei rund 30 Millionen Durchgänge pro Tag. So entsteht eine dichte, ständig aktualisierte Karte der Aktivitäten im erdnahen Orbit, wodurch potenzielle Kollisionen innerhalb von Minuten statt Stunden erkannt werden können.
Stargaze – Dritter Streich:
Die Stargaze-Plattform aggregiert Beobachtungen autonom, um präzise Umlaufbahnschätzungen und -vorhersagen zu erstellen. Ein zentrales Merkmal ist die Erzeugung von „Conjunction Data Messages“ (CDMs) mit einer Häufigkeit, die bislang in der Branche unerreicht war und weder eines der kommerziellen Systeme – zumeist ebenfalls US-amerikanischer Provenienz – auch nur annähernd erreicht. Und erst recht nicht die mit enormem Aufwand von Steuergeldern zugunsten kostenloser Versorgung z.B. kommerzieller nicht-europäischer Konzerne von der EU-Kommission betriebene EUSST-Plattform; die Brüsseler Weltraumspitzen wecken derzeit lediglich Träume von einem autonom arbeitenden System irgendwann in der Zukunft. Stargaze bietet dagegen jetzt schon:
- Erkennungsfrequenz: 30 Millionen Durchgänge pro Tag über die gesamte Flotte hinweg.
- Latenzzeit: Ergebnisse der Kollisionsüberprüfung werden innerhalb weniger Minuten bereitgestellt.
- Manövererkennung: Das System kann unkoordinierte Manöver von Satelliten Dritter erkennen – eine Fähigkeit, die Ende 2025 demonstriert wurde, als Stargaze es einem Starlink-Satelliten ermöglichte, einer Kollision mit einem nicht kooperativen Raumfahrzeug mit nur fünf Stunden Vorwarnzeit auszuweichen.
- Kostenloser Service: SpaceX stellt diese Screening-Ergebnisse kostenlos allen Betreibern zur Verfügung, die ihre eigenen Ephemeriden (Bahntrajektorien) auf der Plattform einreichen.
Mit diesen auf lange Sicht uneinholbaren technischen Vorteilen und dem zusätzlichen „Honigtopf“ kostenfreier Dienste als Belohnung für alle Kooperationswilligen enteilt Stargaze jeglicher Vergleichbarkeit mit kommerziellen und erst recht mit staatlichen Angeboten und Starlink bleibt, was es seit Anbeginn ist:
Eine Liga für sich.
Quelle:
https://starlink.com/updates/stargaze