Nach Informationen von La Tribune gelang es nach mehreren Wochen intensiver Untersuchungen dem Hersteller herauszufinden, wo das Problem mit der Flüssigwasserstoff-Turbopumpe des Triebwerks genau zu lokalisieren ist. Bei der Gelegenheit wurde auch der entsprechende Produktionsplan korrigiert. Außerdem wurden die notwendigen Korrekturen für die Fertigung der Turbopumpe festgelegt und man testete erfolgreich auf einem Prüfstand jenes Triebwerk, das nun für den kommenden Start von Amazon Leo vorgesehen ist. Es wurde für flugtauglich erklärt und per Flugzeug statt per Schiff nach Franz. Guayana gebracht, um etwa zwei Wochen Zeit zu sparen. Da die Anomalie an bis zu drei Triebwerken auftrat, mussten die Pumpen und Produktionsprozesse der beiden anderen Triebwerke ebenfalls unter die Lupe genommen werden. Dabei fanden sie nicht eine einzelne Ursache, sondern eine Kombination kleiner Abweichungen an verschiedenen Bauteilen der Turbopumpe, die zusammengenommen das ungewöhnliche Betriebsverhalten auslösen. ArianeGroup nahm daraufhin geringfügige Nacharbeiten an einigen Bauteilen dieser Turbopumpe vor. Die an diesem Triebwerk umgesetzten Korrekturmaßnahmen sollen auch auf alle nachfolgenden Turbopumpen in der Produktion angewandt werden. Der Grund für das Durcheinander: Offenbar haben kleinere, kürzlich vorgenommene Änderungen am Fertigungsprozess das Zusammenspiel der betreffenden Bauteile beeinträchtigt.
Nun wurde bekanntgegeben, dass der verschobene Start von 36 Amazon Leo – Satelliten mit einer Ariane 64 jetzt frühestens am 23. November erfolgen kann. Damit erscheint es sehr zweifelhaft, dass noch eine sechste Ariane in 2026 nachfolgen kann, um den Kundenstau abzubauen. Dafür soll es 2027 dann im Idealfall neun bis zehn Starts geben – und damit immer noch viel zu wenige, um z.B. die auf Ariane projizierten Hoffnungen der EU-Kommission erfüllen zu können, IRIS2 irgendwann auch nur in der Nähe verkündeter Termine in Betrieb nehmen zu können.