Völlig neues Modell: Ein Startup, das kein Geld verbrennt

Microsoft 100 Dollarscheine CC BY-NC
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deltaVision – von Tag 1 an profitabel

deltaVision, München, wurde 2022 von Alex Plebuch, Dr. Denis Kiefel und Matthias Günther gegründet. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben seit dem Start profitabel und verfügt seit 2025 über Flugerfahrung im All. Es entwickelt Fluidsysteme und interoperable Orbitalsysteme für eine Raumfahrtwirtschaft, die dynamischer und nachhaltiger werden soll.

Zum Portfolio gehören Ventile, Pumpen und Druckregler – Komponenten, die in Raumfahrzeugen eine ähnliche Rolle spielen wie ein Herz-Kreislauf-System. Sie steuern Treibstoffe, Druckmittel und andere Fluide, etwa in Antriebssystemen, bei der Betankung im Orbit oder in aktiven Kühlsystemen.

Der Bedarf an solchen Bauteilen wächst schneller als die Kapazitäten vieler etablierter Lieferketten. Die Folge sind lange Wartezeiten, die Raumfahrtprogramme weltweit ausbremsen können. deltaVision will diese Lücke mit skalierbaren Produktdesigns und Fertigungsprozessen schließen, die auf Zuverlässigkeit, höhere Stückzahlen und Lieferzeiten von wenigen Wochen ausgelegt sind.

deltaVision hat in seiner ersten Finanzierungsrunde 10,2 Millionen Euro eingesammelt. Mit dem Kapital will der Hersteller von Fluidsystemen für Trägerraketen, Satelliten, Mondlander und Wartungsfahrzeuge im Orbit seine Produktion ausbauen und auf die steigende Nachfrage reagieren.

Die Runde wurde von KT Ventures und Valemount Capital angeführt, die bereits zuvor über ein Wandeldarlehen investiert hatten. Ebenfalls beteiligt ist Futury Capital. Hinzu kommen mehrere private Investoren, die sich über ein neu aufgelegtes Investmentvehikel engagieren. Nach Angaben von deltaVision wurden die Geldgeber bewusst ausgewählt: Gesucht waren Family Offices und Venture-Capital-Investoren mit industrieller und kommerzieller Erfahrung.

Alex Plebuch, CEO und Mitgründer von deltaVision, sieht das Unternehmen vor allem als Zulieferer für ein offenes Raumfahrt-Ökosystem. „Wir sind fest entschlossen, Produkte im industriellen Maßstab zu liefern. Genau das verlangt der Markt“, sagte Plebuch. Statt eines Winner-takes-all-Ansatzes setze deltaVision auf Interoperabilität: Raumfahrzeuge sollen sich im Orbit verbinden lassen, um Treibstoff und andere Fluide zu übertragen.

Kunden auf vier Kontinenten

Weltweit zählt deltaVision mehr als 60 Kunden. Dazu gehören Startups, große Industrieunternehmen und Raumfahrtagenturen auf vier Kontinenten. Eine wichtige Rolle spielt das europäische Mondlander-Projekt Argonaut, bei dem die Europäische Weltraumorganisation ESA als Endkunde auftritt. Für jede Mission liefert deltaVision rund 50 Einzelprodukte, darunter geschlossene Druckregelungssubsysteme.

Auch international baut das Unternehmen seine Präsenz aus. In der neu gegründeten französischen Tochtergesellschaft deltaVision SASU in der Region Nouvelle-Aquitaine sollen Forschung, Entwicklung und Produktion für Sensorik- und Intelligenzprodukte in Fluidsystemen gestärkt werden.

Aktuell beschäftigt deltaVision 125 Mitarbeiter und produziert in einem ehemaligen Siemens-Werk im Zentrum Münchens. Mit dem neuen Kapital soll die Fertigung von Ventilen und weiteren Antriebskomponenten auf 5.000 Einheiten pro Jahr steigen.

Bausteine für Betankung im Orbit

Neben dem Ausbau der Serienproduktion will deltaVision seine Roadmap für einen modularen und interoperablen Technologie-Stack zur Betankung im Orbit beschleunigen. Geplant sind unter anderem Fluidkupplungen und Versorgungsinterfaces, die Satelliten wartbar machen, sowie integrierte Betankungsmodule für Speicherung und Transfer von Treibstoff im All. Kurzfristig steht außerdem der Aufbau zusätzlicher Ventilproduktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten auf der Agenda.

 

Quelle: https://www.eu-startups.com/2026/07/profitable-space-startup-deltavision-secures-e10-2-million-to-provide-the-cardiovascular-system-for-spacecraft/?_bhlid=1abe152a39a196912efae1c30dc2c180eec202a8