Klartext Raumfahrt

Nihil fit sine causa

Würzburger Roboter proben für den Mars

Armenische Wüste als Roter Planet

In der armenischen Wüste werden unter anderem zwei Robotersysteme des Elitestudiengangs Satellite Technology der Uni Würzburg in drei Experimenten für das analog gestellte Szenarium einer Marsmission getestet, wie die Julius-Maximillians-Universität Würzburg der Presse (JMU) mitteilt.

Für die Aktion wurde die armenische Provinz Ararat aufgrund ihrer geologischen und topografischen Ähnlichkeit mit dem Mars ausgewählt und findet im Rahmen des Programms AMADEE-24 des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) in Kooperation mit der Armenischen Weltraumagentur statt. Die Generalprobe haben die Würzburger Roboter beim „Dress Rehearsal 2“ in Wien bereits gemeistert, von Anfang März bis Anfang April folgt nun der „Ernstfall“ in Armenien.

Analog-Astronauten steuern die Robotersysteme
AMADEE-24 dient als authentischer Probelauf für die astronautische Erforschung des Roten Planeten. Eine sechsköpfige Crew hochqualifizierter Analog-Astronauten wird während der Simulation Experimente mit Raumanzug-Prototypen durchführen, um zukünftige menschliche und robotische Marserkundungsmissionen vorzubereiten.

Analog-Astronauten bleiben grundsätzlich auf der Erde und liefern mit ihrer Arbeit wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für bemannte Weltraummissionen.

Während des Einsatzes in Armenien befinden sich die Astronauten in völliger Isolation und stehen in Kontakt mit einem speziellen Mission Support Center in Österreich. Dabei wird eine zehnminütige Zeitverzögerung in der Kommunikation simuliert.

Während des „Dress Rehearsal 2“ wurden sie bereits darauf trainiert, die Robotersysteme zu steuern und die wissenschaftlichen Fragestellungen mit den Robotern als Werkzeuge durchzuführen.

Die Aufgabe der Würzburger Robotersysteme: Neben dem Erstellen von 3D-Karten und geologischen Analyseexperimenten soll eine Ultrawideband (UWB) Lokalisierung mittels Trilateration getestet werden. Dazu verteilt der Roboter Sensorknoten, die ein lokales Koordinatensystem aufspannen, und die Lokalisierung erfolgt dann ähnlich wie GPS.

Explorationsmissionen zu Mond und Mars erfordern eine Satelliteninfrastruktur und tragen dazu bei, das Verständnis für die Vor- und Nachteile künftiger robotischer und astronautischer Erkundungen zu vertiefen.